Coim­bra-Eye-Studie

AMD-Progression: Dicke der neuronalen Netzhautschicht als Biomarker

20. April 2021

COIMBRA (Bier­mann) – Eine Arbeits­grup­pe aus Portu­gal unter­such­te, ob die Dicke der reti­na­len und choro­ida­len Schich­ten bei Pati­en­ten mit früher alters­ab­hän­gi­ger Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) in unter­schied­li­chen Stadi­en auf eine frühe Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on hindeu­ten kann. Tatsäch­lich konn­ten die Forscher zeigen, dass mehre­re innere und äußere neuro­re­ti­na­le Schich­ten in einem fort­ge­schrit­te­ne­ren Stadi­um der frühen AMD dünner waren. Somit könne die Dicke neuro­na­ler Netz­haut­schich­ten als quan­ti­ta­ti­ver Biomar­ker einer AMD-Progres­si­on verwen­det werden, schluss­fol­gern die Autoren. Des Weite­ren würden die Ergeb­nis­se die Exis­tenz einer frühen, progres­si­ven Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on stützen.

In die bevöl­ke­rungs­ba­sier­te Quer­schnitts­stu­die wurden Pati­en­ten mit früher AMD (Rotter­dam 2a, 2b, 3) einge­schlos­sen. Die Spec­tral-Domain-Opti­sche-Kohä­renz­to­mo­gra­phie und die auto­ma­ti­sche Segmen­tie­rung der Netz­haut­schich­ten erfolg­ten mit einer inte­grier­ten Soft­ware. Bei Bedarf wurde eine manu­el­le Korrek­tur vorge­nom­men. Gemes­sen wurden die mitt­le­re Dicke (ETDRS-Gitter) und das Volu­men jeder Schicht. Die Dicke der subfovea­len Ader­haut wurde manu­ell gemes­sen. Asso­zia­tio­nen zwischen der Schicht­di­cke und mikro­struk­tu­rel­len Befun­den wurden durch multi­va­ria­te Regres­si­ons­ana­ly­sen bewertet.

Die Kohor­te umfass­te 346 Augen (233 Pati­en­ten): 82,66% (n=286) im Stadi­um 2a, 5,49% (n=19) im Stadi­um 2b und 11,85% (n=41) im Stadi­um 3. Beim Vergleich des Stadi­ums 3 zu 2a wurde eine gene­rel­le Tendenz für eine geringere/inferiore Dicke der neuro­re­ti­na­len Schich­ten gefun­den: In den inneren/äußeren ETDRS-Krei­sen waren die reti­na­le Nerven­fa­ser­schicht, die Gangli­en­zell­schicht und die innere plexi­for­me Schicht infe­ri­or sowie im zentra­len Kreis die äußere Körner­schicht und die Photo­re­zep­tor­seg­ment­schicht (p≤0,002). Die Schicht des reti­na­len Pigmen­t­epi­thel-Bruch-Membran-Komple­xes war im Stadi­um 3 dicker (p≤0,001). Subre­ti­na­le drusen­ar­ti­ge Abla­ge­run­gen waren mit dünne­ren neuro­re­ti­na­len Schich­ten und dünne­rer Ader­haut asso­zi­iert (p<0,05). Das Vorhan­den­sein von subre­ti­na­len drusen­ar­ti­gen Abla­ge­run­gen sei mögli­cher­wei­se mit einer stär­ke­ren und schnel­le­ren Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on asso­zi­iert, vermu­ten die Autoren.

(isch)

Autoren: Farinha C et al.
Korrespondenz: Cláudia Farinha; 10114@chuc.min-saude.pt
Studie: Retinal layer thicknesses and neurodegeneration in early age-related macular degeneration: insights from the Coimbra Eye Study
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021 Mar 18.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-021-05140-0

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