Chro­ni­sche nicht­ne­kro­ti­sie­ren­de ante­rio­re Skleritis

Niedrig dosiertes Methotrexat zeigt gutes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil

15. September 2022

PEKING (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Pilot­stu­die haben gezeigt, dass die immun­mo­du­la­to­ri­sche Thera­pie (IMT) mit Metho­trex­at ([MTX]; Folsäu­re-Antago­nist und Inhi­bi­tor der Dihy­dro­fo­lat-Redukta­se) in nied­ri­ger Dosie­rung bei chine­si­schen Pati­en­ten mit chro­ni­scher nicht­ne­kro­ti­sie­ren­der ante­rio­rer Skle­ri­tis eine Corti­cos­te­ro­id-einspa­ren­de, wirk­sa­me und siche­re Thera­pie­op­ti­on darstellt.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv (Zeit­raum Januar 2015–Juni 2019) medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 22 Pati­en­ten (32 Augen; mitt­le­res Alter 48,2±15,5 Jahre) mit akti­ver nicht­ne­kro­ti­sie­ren­der ante­rio­rer Skle­ri­tis. Alle Pati­en­ten appli­zier­ten MTX per os (10–15 mg/Woche) sowie Corti­cos­te­ro­ide per os (10–40 mg/d Predn­iso­lon oder gleich­wer­ti­ges Methyl­p­redn­iso­lon lang­sam ausschlei­chend). Zusätz­lich verab­reich­ten 13 Pati­en­ten (59,1%) Corti­cos­te­ro­id-Augen­trop­fen (Predn­iso­lo­na­ce­tat 1%, Dexa­me­tha­son 0,1% oder Fluo­ro­me­tho­lon 0,1%), um eine beglei­ten­de ante­rio­re Uvei­tis bei Erst­vor­stel­lung oder während der Kontrol­len zu behan­deln. Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punk­te die Inflamma­ti­ons­kon­trol­le sowie die Corti­cos­te­ro­id-einspa­ren­den Erfol­ge fest. Die sekun­dä­ren Endpunk­te umfass­ten die Reduk­ti­on der IMT-Belas­tung (Bewer­tungs­sys­tem nach Nussen­blatt et al. in Abhän­gig­keit von der IMT-Dosie­rung [Bereich 0–9]) sowie die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA).

Die Forscher ermit­tel­ten eine Inflamma­ti­ons­kon­trol­le bei 59,4% der Augen (19/32) nach 3 sowie bei 78,1% (25/32) nach 12 Mona­ten. Der Anteil an Pati­en­ten, der einen Corti­cos­te­ro­id-einspa­ren­den Erfolg erziel­te, betrug 50% (11/22) nach 3 Mona­ten sowie 77,3% (17/22) nach 12 Mona­ten, wobei 8 Pati­en­ten (36,4%) die Thera­pie mit Corti­cos­te­ro­iden voll­stän­dig absetz­ten. Ebenso stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die IMT-Belas­tung von 5,14±0,87 zu Thera­pie­be­ginn auf 2,76±2,34 verrin­ger­te (p<0,01). Auch die BCVA blieb bei 29 Augen (90,6%) nach 12 Mona­ten unver­än­dert oder verbes­ser­te sich. Zudem wurden – bis auf einen Pati­en­ten, der die Thera­pie aufgrund erhöh­ter Leber­wer­te absetz­te – keine schwe­ren uner­wünsch­ten Ereig­nis­se beobachtet.

(tt)

Autoren: Xiao JY et al.
Korrespondenz: Chan Zhao; zhaochan@pumch.cn
Studie: Methotrexate for chronic non-necrotizing anterior scleritis in Chinese patients
Quelle: Int J Ophthalmol 2022; Aug 18;15(8):1261-1265.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2022.08.06

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