Chro­ni­sche Chorio­re­ti­no­pa­thia centra­lis serosa

Selektive Retina-Therapie zeigt gute Erfolge bei Anti-VEGF-Resistenz

4. November 2021

SEOUL (Bier­mann)  Bei der selek­ti­ven Retina-Thera­pie (SRT) handelt es sich um eine Mikro­puls-Laser­the­ra­pie, welche die natür­li­chen Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zes­se des reti­na­len Pigmen­t­epi­thels (RPE) anregt. Der Nd:YLF-Laser bewirkt eine selek­ti­ve Mikro­va­po­ri­sa­ti­on der Mela­no­so­men in den RPE-Zellen, was zu einer Photodis­rup­ti­on der bestrahl­ten Zelle – unter Ausspa­rung der neuro­sen­so­ri­schen Netz­haut und der Choro­idea – und nach­fol­gen­der Migra­ti­on und Proli­fe­ra­ti­on der gesun­den RPE-Zellen führt.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die SRT in Kombi­na­ti­on mit einer Dosi­me­trie in Echt­zeit-Rück­kopp­lung (real-time feed­back dosi­me­try; RFD) bei Beva­ci­zumab-resis­ten­ter chro­ni­scher Chorio­re­ti­no­pa­thia centra­lis serosa (CCS) zu guten funk­tio­nel­len und morpho­lo­gi­schen Ergeb­nis­sen führt.

Die Wissen­schaft­ler unter­such­ten in ihrer retro­spek­ti­ven Studie Daten zu 22 Pati­en­ten (22 Augen) mit chro­ni­scher CCS, bei denen bislang ≥3 intra­vit­rea­le Anti-VEGF-Injek­tio­nen (ohne choro­ida­le Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran) erfolgt waren und sich eine persis­tie­ren­de fokale oder diffu­se fovea­le Lecka­ge in der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (FAG) darstell­te. Nach Prüfung einzel­ner Test­la­ser­spots im Bereich der tempo­ra­len Gefäß­ar­ka­den wurde die SRT (Wellen­län­ge 527 nm; Puls­fre­quenz 100Hz; ≤15 Mikro­pul­se; Spot­durch­mes­ser 200 µm) unter RFD-Kontrol­le im Gebiet der Lecka­ge durchgeführt.

Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te die Verän­de­run­gen der mitt­le­ren best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA), der zentra­len Maku­la­di­cke (CMT) sowie der subre­ti­na­ler Flüs­sig­keit (SRF) 1, 3, 6, 9 und 12 Monate nach erfolg­ter SRT im Vergleich zu den Ausgangswerten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass es bei 81,8% (18/22 Augen) der Pati­en­ten nach 12 Mona­ten zu einer komplet­ten Resorp­ti­on der Flüs­sig­keit kam. Die mitt­le­re SRF redu­zier­te sich von 174,6±86,4 µm auf 35,1±75,4 µm (p<0,001). Ebenso verbes­ser­te sich die mitt­le­re BCVA von 0,49 ±0,29 logMAR zu Thera­pie­be­ginn auf 0,43±0,36 logMAR (3 ETDRS-Buch­sta­ben; p=0,067) nach 1 Jahr. Die Reti­no­lo­gen beob­ach­te­ten zudem nach 12 Mona­ten eine Verrin­ge­rung der CMT von 323±85,6 µm auf 221,5±60,4 µm (p<0,001).

(tt)

Autoren: Jeon SH et al.
Korrespondenz: Young-Jung Roh; youngjungroh@hanmail.net
Studie: The effect of selective retina therapy for bevacizumab-resistant chronic central serous chorioretinopathy
Quelle: Ophthalmologica 2021; Oct 14 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1159/000520187

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