Choro­i­der­e­mie

RPE-Dicke korreliert mit Visus

26. Februar 2021

KARNATAKA (Bier­mann)  In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren heraus­ge­fun­den, dass bei fort­ge­schrit­te­ner Choro­i­der­e­mie (CHM) die Verdün­nung des reti­na­len Pigmen­t­epi­thels (RPE) zu einem schlech­ten Visus (VA) führt.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 53 Augen von 28 CHM-Pati­en­ten in die Studie auf. Sie erfass­ten demo­gra­fi­sche Daten sowie okulä­re- und Fundus-Befun­de. Um zu unter­su­chen, ob ein Zusam­men­hang zwischen Morpho­lo­gie und Funk­ti­on der Augen besteht, analy­sier­te die Arbeits­grup­pe Fundus-Autofluoreszenz(AF)-Bilder und Bilder der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT).

Basie­rend auf den AF-Bildern wurden 2 Grup­pen gebil­det. Gruppe 1 stell­ten 26 Augen von CHM-Pati­en­ten dar (mitt­le­res Alter 51,7 ±13,4 Jahre), bei denen die fovea­le Insel erhal­ten war. Gruppe 2 bestand aus 27 Augen von CHM-Pati­en­ten (mitt­le­res Alter  63,6 ± 11,6 Jahre), bei denen keine fovea­le Insel mehr vorhan­den war. Die Exper­ten bestimm­ten die Dicke der inne­ren und äuße­ren Netz­haut­schich­ten, des RPE sowie der subfovea­len Choro­idea (SFCT) und korre­lier­ten diese mit der VA.

Das Alter (p=0,001) und die VA (p<0,001) unter­schie­den sich zwischen den beiden Grup­pen signi­fi­kant. Die Netz­haut­di­cke und die SFCT, die für jedes Auge in den beiden Grup­pen unter­sucht wurden, zeig­ten ebenso signi­fi­kan­te Unterschiede.

Die Forscher ermit­tel­ten einen signi­fi­kan­ten Zusam­men­hang zwischen redu­zier­ter VA und zuneh­men­dem Alter der Pati­en­ten (r=0,483; p<0,001), gerin­ge­rer Gesamt-Reti­na­di­cke (r=0,378; p=0,005), inne­rer Netz­haut­di­cke (r=-0,512; p<0,001), äuße­rer Netz­haut­di­cke (r=-0,59; p<0,001) sowie gerin­ge­rer RPE-Dicke (r=-0,653; p<0,001). Mithil­fe der multi­va­ria­ten Analy­se konn­ten die Autoren fest­stel­len, dass die RPE-Dicke den wich­tigs­ten Faktor darstellt, der den Visus beeinflusste.

Die Studi­en­grup­pe unter­streicht abschlie­ßend, dass weite­re Studi­en notwen­dig seien, um die Bedeu­tung der reti­na­len Dicke und der SFCT, sowie deren Verbin­dung zur VA bei Pati­en­ten mit CHM beur­tei­len zu können.

(tt)

Autoren: Venkatesh R et al.
Korrespondenz: Ramesh Venkatesh; vramesh80@yahoo.com
Studie: Study of retinal structural-functional relationship in choroideremia using fundus autofluorescence and optical coherence tomography
Quelle: Eye (Lond) 2021; Feb 16 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-021-01441-0

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