Bright­ness-Acuity-Tester

Blendungsbehinderung nimmt bei schwerem Glaukom zu

20. Juli 2021

LONDON (Bier­mann) – Eine briti­sche Arbeits­grup­pe ging der Frage nach, ob ein spezi­ell entwi­ckel­ter Blend­tes­ter in Kombi­na­ti­on mit blen­dungs­spe­zi­fi­schen Fragen das Blen­dungs- und Sehbe­hin­de­rungs­er­leb­nis von Glau­kom­pa­ti­en­ten besser beur­tei­len kann als die Sehschär­fe (VA) oder die Gesichts­feld­mes­sung allein. In ihrer mono­zen­tri­schen Studie fanden sie heraus, dass das Glau­kom mit einer objek­ti­ven und subjek­ti­ven Verrin­ge­rung der Sehschär­fe bei Blen­dung asso­zi­iert ist. Bei Pati­en­ten mit schwe­re­rem Glau­kom konn­ten sie eine Zunah­me der Blen­dungs­be­hin­de­rung nachweisen.

64 Pati­en­ten (116 Augen), die sich zwischen Juni und Novem­ber 2019 in einer Glau­kom­kli­nik zur Gesichts­feld­un­ter­su­chung einfan­den, wurden einer Visus­prü­fung mit einem Bright­ness-Acuity-Tester als Blend­quel­le unter­zo­gen und auf Medi­en­trü­bun­gen unter­sucht. Zusätz­lich beant­wor­te­ten sie den Visual Func­tion Ques­ti­onn­aire (VFQ-25) mit vier weite­ren Fragen zur Blend­emp­find­lich­keit. Das Ausmaß der Blen­dungs­be­hin­de­rung (VA-Reduk­ti­on aufgrund der Blen­dung) wurde mit der Medi­en­trü­bung und der Schwe­re des Glau­koms vergli­chen. Subjek­ti­ve Sympto­me der Blen­dung wurden mit objek­ti­ven Messun­gen der Blen­dungs­be­hin­de­rung mithil­fe eines Bland-Altman-Plots verglichen.

Pati­en­ten mit fort­ge­schrit­te­nem Glau­kom hatten eine signi­fi­kant schlech­te­re Blen­dungs­be­hin­de­rung als Pati­en­ten mit leich­tem bis mittel­schwe­rem Glau­kom. Die VA-Reduk­ti­on durch Blen­dung von leicht-mittel­schwer bis akut-schwe­rem Glau­kom (Mittel­wert –3,4 Buch­sta­ben, p=0,01, Konfi­denz­in­ter­va­lI –0,8 bis –6,0) war fast iden­tisch mit der durch das Vorhan­den­sein jegli­cher Medi­en­trü­bung (Mittel­wert –3,3 Buch­sta­ben, p=0,03, Konfi­denz­in­ter­va­lI –0,4 bis –6,2). Bei sympto­ma­ti­sche­ren Pati­en­ten zeigte sich ein Trend zu einer stär­ke­ren Blen­dungs­be­hin­de­rung. Bei Pati­en­ten mit weni­gen Blen­dungs­an­zei­chen oder Sympto­men wurde eine gute Über­ein­stim­mung zwischen subjek­ti­ven und objek­ti­ven Blen­dungs­mes­sun­gen beob­ach­tet. Je stär­ker die Blend­sym­pto­me ausfie­len, desto varia­bler war auch die Über­ein­stim­mung zwischen der objek­ti­ven und subjek­ti­ven Einschätzung.

(isch)

Autoren: Hamedani M et al.
Korrespondenz: Mehran Hamedani; tedhamedani@ymail.com
Studie: Glaucoma and glare
Quelle: Eye (Lond) 2021 Jun;35(6):1741-1747.
Web: https://doi.org/10.1038/s41433-020-01164-8

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