Bestro­phi­no­pa­thien

BEST1-Sequenzvariationen zeigen große klinische Variabilität

7. April 2020

OXFORD (Bier­mann) – Detail­lier­te phäno­ty­pi­sche Infor­ma­tio­nen zum Spek­trum der Fundus­ano­ma­lien sowie zur klini­schen Varia­bi­li­tät der Phäno­ty­pen, die mit Sequenz­va­ria­tio­nen in BEST1 einher­ge­hen, sind begrenzt. Eine briti­sche Arbeits­grup­pe hat daher eine detail­lier­te phäno­ty­pi­sche und gene­ti­sche Analy­se einer Pati­en­ten­ko­hor­te mit Sequenz­va­ria­tio­nen im BEST1-Gen durch­ge­führt. Ihre Ergeb­nis­se stüt­zen die Annah­me, dass Pati­en­ten mit BEST1-Sequenz­va­ria­tio­nen ein brei­tes Spek­trum an Phäno­ty­pen mit einer erheb­li­chen klini­schen Varia­bi­li­tät aufwei­sen können.

Die retro­spek­ti­ve Fall­se­rie wurde im Oxford Eye Hospi­tal, Groß­bri­tan­ni­en, durch­ge­führt. Aus dem Zentrum analy­sier­te die Arbeits­grup­pe 36 Pati­en­ten mit krank­heits­ver­ur­sa­chen­den Sequenz­va­ria­tio­nen im BEST1-Gen. 20 Pati­en­ten (55,6%) waren weib­lich. Die Pati­en­ten stamm­ten aus 25 verschie­de­nen Fami­li­en. Gesam­melt wurden die Daten von Novem­ber 2017 bis Juni 2018. Die Analy­se begann im April 2018.

Es wurden 3 unter­schied­li­che klini­sche Phäno­ty­pen iden­ti­fi­ziert: auto­so­mal-rezes­si­ve Bestro­phi­no­pa­thie (ARB), vitel­li­for­me Maku­la­dys­tro­phie (BVMD) und adulte vitel­li­for­me Makuladystrophie.

Die ARB-Phäno­typ­grup­pe umfass­te 18 Pati­en­ten aus 9 Fami­li­en, bei denen die Sympto­me im Alter von unter 10 bis in die 40er began­nen. Alle Pati­en­ten zeig­ten einen gemein­sa­men Phäno­typ von Fundus-Auto­fluo­res­zenz-Anoma­lien. Die Merk­ma­le der Spec­tral-Domain-opti­schen-Kohä­renz­to­mo­gra­phie waren bei allen Pati­en­ten mit zysto­iden Verän­de­run­gen ähnlich. 4 Pati­en­ten aus einer Fami­lie mit ARB hatten zuvor eine auto­so­mal rezes­si­ve Retini­tis pigmento­sa, wurden jedoch im Rahmen der Studie als ARB-Pati­en­ten eingestuft.

Die BVMD-Phäno­typ­grup­pe umfass­te 16 Pati­en­ten aus 14 Fami­li­en, bei denen die Sympto­me im Alter von unter 10 bis in die 70er began­nen. Fundus­merk­ma­le wurden auf der Makula loka­li­siert und stimm­ten mit dem Stadi­um der BVMD überein.

In der Phäno­typ­grup­pe der adul­ten vitel­li­for­men Maku­la­dys­tro­phie vari­ier­te das Alter bei Auftre­ten der Sympto­me bei 2 Pati­en­ten aus 2 Fami­li­en von den 50ern bis in die 70er. Zu den Fundus­merk­ma­len zähl­ten kleine vitel­li­for­me Läsionen.

Sofern verfüg­bar, zeig­ten die Ergeb­nis­se des Elek­troo­ku­lo­gramms bei allen Pati­en­ten mit ARB und BVMD einen redu­zier­ten oder fehlen­den Hellan­stieg. Gentests iden­ti­fi­zier­ten 22 Vari­an­ten in BEST1.

Diese Ergeb­nis­se stüt­zen die Annah­me, dass ARB, BVMD und die adulte vitel­li­for­me Maku­la­dys­tro­phie klinisch unter­schied­li­che und erkenn­ba­re Phäno­ty­pen sind, schluss­fol­gern die Studi­en­au­toren. Außer­dem deuten die Ergeb­nis­se darauf hin, dass die Asso­zia­ti­on einer auto­so­mal rezes­si­ven Retini­tis pigmento­sa erneut mit Sequenz­va­ria­tio­nen in BEST1 über­prüft werden sollte, so ihr Hinweis.

(isch)

Autoren: Shah M et al.
Korrespondenz: Mital Shah; Oxford Eye Hospital, Oxford University Hospitals NHS Foundation Trust, Oxford, Großbritannien
Studie: Association of Clinical and Genetic Heterogeneity With BEST1 Sequence Variations
Quelle: JAMA Ophthalmol 2020; Apr 2.
Web: https://doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2020.0666

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