Behçet-Uvei­tis mit reti­na­ler Vaskulitis

Adalimumab zeigt bei therapienaiven Patienten bedeutsame Erfolge

29. Juli 2021

GUANGZHOU (Bier­mann) – Es gibt bisher keine Studie, welche die Wirk­sam­keit von Adali­mum­ab (ADA) als Erst­li­ni­en­the­ra­pie bei thera­pi­e­nai­ven Pati­en­ten mit reti­na­ler Vasku­li­tis (RV) aufgrund einer Behçet-Uvei­tis (BU) unter­sucht hat. In einer aktu­el­len Studie aus China wurde nun heraus­ge­fun­den, dass sich ADA in Kombi­na­ti­on mit der konven­tio­nel­len Thera­pie (CT) gegen­über der CT als Mono­the­ra­pie bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv über­le­gen zeigte.

Die Wissen­schaft­ler analy­sier­ten medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen (Zeit­raum Febru­ar 2015 bis Juni 2020) zu 45 BU-Pati­en­ten (87 Augen) mit RV, die ≥6 Monate nach­kon­trol­liert wurden. 24 Pati­en­ten (55,33%) wurden mit der allei­ni­gen CT (Corti­cos­te­ro­ide und Immun­sup­pres­si­va) und 21 Pati­en­ten (46,67%) mit ADA und der CT behandelt.

Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te den RV-Score anhand der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (FA), die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA), die Corti­cos­te­ro­id-sparen­de Wirkung, die Anzahl an Rezi­di­ven sowie okulä­re Komplikationen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die Entzün­dungs­pa­ra­me­ter in beiden Grup­pen verbes­ser­ten. Die Werte des FA-Scores zeig­ten in der ADA-Gruppe jedoch eine signi­fi­kant stär­ke­re Verbes­se­rung im Vergleich zur CT-Gruppe (p<0,001). Ebenso zeigte sich in der ADA-Gruppe eine signi­fi­kant gerin­ge­re media­ne Anzahl an Rezi­di­ven und eine länge­re Dauer an Remis­sio­nen gegen­über der CT-Gruppe (p<0,001).

Bei der letz­ten Nach­kon­trol­le stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen bei den ADA-Pati­en­ten im Vergleich zu den CT-Pati­en­ten eine signi­fi­kant stär­ke­re BCVA-Verbes­se­rung (p=0,024), eine stär­ke­re Inflamma­ti­ons­kon­trol­le (Vorder­kam­mer­reiz p=0,017; Vitri­tis p<0,001) sowie eine gerin­ge­re tägli­che Corti­cos­te­ro­id-Dosis (p=0,005) fest.

Hinsicht­lich der uner­wünsch­ten Ereig­nis­sen (AE) litt in der CT-Gruppe 1 Pati­ent an Hepa­ti­tis B und Tuber­ku­lo­se, in 1 Fall kam es zu einer Wachs­tums­re­tar­die­rung und 1 Pati­ent zeigte eine Osteo­po­ro­se. Andere AE waren haupt­säch­lich leich­te Infek­tio­nen der oberen Atem­we­ge, die gleich­wohl in der ADA-Gruppe auftra­ten. Hier fanden sich zusätz­lich gerin­ge gastro­in­tes­ti­na­le Beschwer­den, und 1 Pati­ent entwi­ckel­te eine leich­te Pneumonie.

(tt)

Autoren: Yang S et al.
Korrespondenz: Wenru Su; suwenru@gzzoc.com
Studie: The Efficacy of Adalimumab as an Initial Treatment in Patients with Behçet's Retinal Vasculitis Quelle: Front Pharmacol 2021; Jun 22;12:609148.
Web: dx.doi.org/10.3389/fphar.2021.609148

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