Befra­gung von Pati­en­ten mit Glaukom

Knapp ein Drittel berichtet Nicht-Adhärenz

10. April 2019

MAINZ (Bier­mann) – Eine effek­ti­ve Glau­kom­the­ra­pie hängt in hohem Maße von der Fähig­keit der Pati­en­ten ab, regel­mä­ßig selbst Augen­trop­fen zu verab­rei­chen. Eine Befra­gung von Pati­en­ten mit Glau­kom zeigte jedoch, dass nur rund zwei Drit­tel regel­mä­ßig die vorge­schrie­be­nen Augen­trop­fen anwenden.

Die Teil­neh­mer füll­ten dafür einen 16-Punkte-Frage­bo­gen aus. Berück­sich­tigt wurden Pati­en­ten, die seit mindes­tens einem Jahr Augen­trop­fen nahmen. Insge­samt wurden 201 Glau­kom­pa­ti­en­ten im Alter von 24–88 Jahren einge­schlos­sen. Die durch­schnitt­li­che Behand­lungs­dau­er betrug 9,4 Jahre. Eine Nicht-Adhä­renz wurde entspre­chend der Euro­päi­schen Glau­kom-Präven­ti­ons­stu­die (EGPS) defi­niert: Eine Nicht-Adhä­renz lag dann vor, wenn 5% oder mehr der vorge­schrie­be­nen Anwen­dun­gen ausge­las­sen wurden.

Die Auswer­tung zeigte, dass 30,3% der Teil­neh­mer nicht adhä­rent waren. Nur 69,7% wurden als adhä­rent einge­stuft. Perso­nen, bei denen Neben­wir­kun­gen auftra­ten, berich­te­ten über eine gerin­ge­re Adhä­renz als Perso­nen, die keine Neben­wir­kun­gen bei der Anwen­dung hatten (37,6 vs. 18,4%; p=0,004).

Augen­trop­fen mit Konser­vie­rungs­mit­teln wurden von 84,1% der Teil­neh­mer verwen­det, 11,9% kombi­nier­ten Trop­fen mit und ohne Konser­vie­rungs­stof­fen und 4,0% nahmen konser­vie­rungs­mit­tel­freie Trop­fen. Die selbst­be­rich­te­te Nicht-Adhä­renz in diesen Grup­pen lag bei 32%, 25% bzw. 12,5%. Außer­dem berich­te­ten Männer von einer höhe­ren Non-Adhä­renz als Frauen (36,8 versus 24,5%; p=0,066).

Alter, sozia­ler Status, Migra­ti­ons­ge­schich­te, Schwe­re der Erkran­kung und Angst vor Erblin­dung waren nicht mit signi­fi­kan­ten Unter­schie­den in der Non-Adhä­renz assoziiert.

Bei der Auswahl geeig­ne­ter Behand­lun­gen sollte die Pati­en­ten­er­fah­rung eine zentra­le Rolle spie­len, um die Non-Adhä­renz zu redu­zie­ren und die Ergeb­nis­se zu opti­mie­ren. Die Non-Adhä­renz könne redu­ziert werden, wenn Neben­wir­kun­gen vermie­den werden, so das Resü­mee der Studienautoren.
(isch)

Autoren: Wolfram C, Stahlberg E, Pfeiffer N.
Korrespondenz: Christian Wolfram, Department of Ophthalmology, University Medical Center Mainz, Langenbeckstrasse 1, 55131 Mainz; christian.wolfram@unimedizin-mainz.de
Studie: Patient-Reported Nonadherence with Glaucoma Therapy
Quelle: J Ocul Pharmacol Ther 2019 Mar 21. [Epub ahead of print].
Web: https://doi.org/10.1089/jop.2018.0134

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