Basal­zell­kar­zi­nom bei multi­mor­bi­den, älte­ren Patienten

Topisches Imiquimod und Fluoruracil als geeignete Alternative zur Chirurgie

10. August 2021

CHANDIGARH (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die medi­ka­men­tö­se Behand­lung des groß­flä­chi­gen Basal­zell­kar­zi­noms (BCC) des Augen­li­des eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve zur chir­ur­gi­schen Inter­ven­ti­on bei älte­ren Menschen mit schwe­ren Beglei­ter­kran­kun­gen darstellt. Sie kann eine viel­ver­spre­chen­de lang­fris­ti­ge Remis­si­on des Tumors mit einem annehm­ba­ren Neben­wir­kungs­pro­fil bieten, so das Fazit der Autoren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 30 nicht opera­ti­ons­fä­hi­ge Pati­en­ten mit biop­tisch bestä­tig­tem groß­flä­chi­gem BCC – die Kanthi oder >50% des Augen­li­des invol­viert – in die retro­spek­ti­ve, nicht verglei­chen­de Studie auf.

Den Immun­mo­du­la­tor Imiquimod‑5% appli­zier­ten 16 Pati­en­ten in Form einer Creme und 14 Pati­en­ten verwen­de­ten den Anti­me­ta­bo­li­ten 5‑Fluoruracil‑1% ebenso als Creme. Die Behand­lung erfolg­te in beiden Grup­pen nach festen Dosier­sche­ma­ta über ≥3 Monate. Alle Pati­en­ten beka­men zur Unter­stüt­zung der Kolla­gen­hei­lung 500 mg Vitamin C oral 4‑mal täglich für 3 Monate. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de zu den Pati­en­ten nach der Thera­pie über einen Zeit­raum von ≥12 Monaten.

Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 70,5 Jahre. Die Forscher ermit­tel­ten als Komor­bi­di­tä­ten eine schwe­re koro­na­re Herz­krank­heit mit Notwen­dig­keit einer Anti­ko­agu­la­ti­on (n=19), einen schlecht einge­stell­ten Diabe­tes melli­tus (n=12) oder Hyper­to­nus (n=6), eine chro­ni­sche Atem­wegs­er­kran­kung defi­niert durch eine Inha­la­ti­ons- bzw. Verne­be­lungs­the­ra­pie (n=3) sowie eine Tuber­ku­lo­se mit pulmo­na­ler Fibro­se (n=2).

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten eine komplet­te Tumor-Remis­si­on in der Imiqui­mod-Gruppe bei 10 Pati­en­ten nach 12 Wochen und in der 5‑Fluo­r­ura­cil-Gruppe bei 8 Pati­en­ten nach 16,5 Wochen fest. Als Neben­wir­kun­gen zeig­ten sich bei allen Pati­en­ten der Imiqui­mod-Gruppe perio­ku­lä­re Erythe­me, medi­ka­men­ten­in­du­zier­te Konjunk­ti­vit­i­den sowie Depig­men­tie­run­gen der Haut, wohin­ge­gen die Pati­en­ten der Fluo­r­ura­cil-Gruppe nur gerin­ge lokale Neben­wir­kun­gen aufwiesen.

Die Autoren beto­nen, dass prospek­ti­ve, rando­mi­sier­te, doppel­blin­de Studi­en folgen soll­ten, um die Wirk­sam­keit der Medi­ka­men­te stär­ker veri­fi­zie­ren zu können.

(tt)

Autoren: Singh M et al.
Korrespondenz: Manpreet Singh; drmanu83@gmail.com
Studie: Long-term efficacy and safety of imiquimod 5% and fluorouracil 1% creams in medical monotherapy of complex eyelid basal cell carcinomas
Quelle: Eur J Ophthalmol 2021; Jul 28;11206721211035614.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721211035614

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