Augen­ver­let­zun­gen bei Kindern in der COVID-19-Pandemie

Korrekte Handhabung der Händedesinfektion sollte beaufsichtigt werden

12. Februar 2021

PARIS (Bier­mann)  Die COVID-19-Pande­mie hat dazu geführt, dass an öffent­li­chen Orten alko­hol­ba­sier­te Hände­des­in­fek­ti­ons­mit­tel (ABHD) weit verbrei­tet sind. Wissen­schaft­ler haben in einer aktu­el­len Studie fest­ge­stellt, dass bei Kindern die Häufig­keit von Augen­kon­tak­ten mit ABHD gestie­gen ist. Die Ergeb­nis­se unter­strei­chen, dass Gesund­heits­be­hör­den eine siche­re Verwen­dung von ABHD gewähr­leis­ten sowie Eltern bzw. Erzie­hungs­be­rech­tig­te vor der poten­zi­el­len Gefahr für Kinder warnen soll­ten, so die Autoren.

Im Rahmen einer retro­spek­ti­ven Fall­stu­die unter­such­ten die Forscher Fälle von Augen­ex­po­si­ti­on gegen­über chemi­schen Substan­zen, inklu­si­ve ABHD, bei Kindern im Alter <18 Jahren. Daten­grund­la­ge war die Daten­bank der fran­zö­si­schen Gift­not­ruf­zen­tra­le (PCC) und ein Kran­ken­haus für Kinde­ro­ph­thal­mo­lo­gie in Paris, Frank­reich (Zeit­raum 1.4. bis 24.8.2020).

Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te Alter und Geschlecht der betrof­fe­nen Kinder, die Umstän­de für die Expo­si­ti­on, Sympto­me, Größe der Horn­hau­t­epi­thel­de­fek­te bei Erst­un­ter­su­chung, Zeit zwischen dem Ereig­nis und der Re-Epithe­lia­li­sie­rung sowie medi­zi­ni­sche und/oder opera­ti­ve Intervention.

Studi­en­ziel war der Vergleich der Anzahl an Augen­ex­po­si­tio­nen mit ABHS bei Kindern zwischen April bis August 2020 mit den Vorjahreszahlen.

Die Ophthal­mo­lo­gen fanden in der Daten­bank des PCC im letzt­jäh­ri­gen Zeit­raum 7‑mal mehr Fälle einer Augen­ex­po­si­ti­on gegen­über ABHS bei Kindern als 2019 (9,9% im Jahr 2020 gegen­über 1,3% 2019; Unter­schied 8,6%; 95-KI 7,4–9,9; p<0,001). Die Zahl der Fälle an öffent­li­chen Orten stieg von 16,4% im Mai auf 52,4% im August 2020.

Ebenso nahmen die Zahl der Pati­en­ten­auf­nah­men aufgrund von ABHS-Expo­si­tio­nen in der Augen­kli­nik im glei­chen Zeit­raum zu (16 Kinder im Jahr 2020, darun­ter 10 Jungen; Durch­schnitts­al­ter 3,5  Jahre (SD 1,4) gegen­über 1 Jungen im Alter von 16 Mona­ten im Jahr 2019). Unter diesen fanden die Autoren bei 8 Kindern ein Horn­haut- und/oder Binde­haut-Ulkus, welches bei 6 Kindern >50% der Horn­hau­t­ober­flä­che betraf. In 2 Fällen musste eine Amni­onmem­bran­trans­plan­ta­ti­on durch­ge­führt werden.

Autoren: Martin G et al.
Korrespondenz: Martin Gilles; gmartin@for.paris
Studie: Pediatric Eye Injuries by Hydroalcoholic Gel in the Context of the Coronavirus Disease 2019 Pandemic Quelle: JAMA Ophthalmol 2021; Jan 21;e206346 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2020.6346 

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