Augen­in­nen­druck

Risikofaktoren für corneale Striae nach einer Glaukomoperation

18. Juni 2021

DURHAM (Bier­mann) – Ante­rio­re cornea­le Striae (ACS) sind mit einem nied­ri­gen Augen­in­nen­druck (IOD) asso­zi­iert. Die klini­sche Bedeu­tung von ACS ist jedoch unklar. Eine US-ameri­ka­ni­sche Arbeits­grup­pe hat daher Augen mit Striae im Vergleich zu Augen ohne Striae bei Pati­en­ten unter­sucht, deren Glau­kom­ope­ra­ti­on 8 Wochen und mehr zurück­lag. Das Ergeb­nis der Studie wurde nun im „Jour­nal of Glau­co­ma“ veröf­fent­licht: ACS waren mit einer stei­le­ren Horn­haut, indu­zier­tem Astig­ma­tis­mus und einer höhe­ren cornea­len Hyste­re­se asso­zi­iert. Das deute auf einen Zusam­men­hang zwischen Striae, Horn­haut­form und der Fähig­keit der Horn­haut, Defor­ma­tio­nen bei nied­ri­ge­rem IOD zu wider­ste­hen, hin, so die Autoren. Cornea­le Hyste­re­se, hypo­to­ne Makulo­pa­thie und axiale Längen­ver­kür­zung waren unab­hän­gig vom IOD assoziiert.

Einge­schlos­sen wurden Erwach­se­ne mit ACS (Fälle) und ohne ACS (Kontrol­len) mit einem IOD ≤10 mmHg, deren Glau­kom­ope­ra­ti­on mindes­tens 8 Wochen zurück­lag. Die Unter­su­chun­gen wurden mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie und opti­scher Biome­trie durch­ge­führt. Die cornea­le Hyste­re­se wurde mit dem Ocular Respon­se Analy­zer bestimmt. Eine hypo­to­ne Makulo­pa­thie (HM) wurde defi­niert als Papil­len­schwel­lung, vasku­lä­re Tortuo­si­tät aufgrund von Hypo­to­nie oder klini­sches Vorhan­den­sein von chorio­ida­len Falten, die im OCT bestä­tigt wurden.

116 Augen (76 Fälle, 40 Kontrol­len) wurden einge­schlos­sen. Pati­en­ten mit ACS hatten einen nied­ri­ge­ren IOD als Pati­en­ten ohne ACS (6,5 ±2,3 vs. 8,5 ±1, p<0,0001). Ein Anstieg der cornea­len Hyste­re­se um 1 mmHg erhöh­te die ACS-Wahr­schein­lich­keit (Odds Ratio [OR] 1,51, p=0,01). Eine Stei­ge­rung der flachs­ten präope­ra­ti­ven und post­ope­ra­ti­ven Horn­haut­brech­kraft um eine Diop­trie erhöh­te die ACS-Wahr­schein­lich­keit um 1,83 (p=0,01) bzw. 1,41 (p=0,02). Der Astig­ma­tis­mus erhöh­te sich in Augen mit ACS um 1,11 Diop­trie (p<0,001).

Die ACS-Wahr­schein­lich­keit wurde mit jeder einmi­nü­ti­gen Verlän­ge­rung der Mito­my­cin-C-Dauer erhöht (OR 1,58, p=0,047) und mit der Anwen­dung von topi­schen Glau­kommedi­ka­men­ten verrin­gert (OR 0,62, p=0,03). Die Sehschär­fe sank von logMAR 0,22 (20/33 Snel­len) vor der Opera­ti­on auf 0,28 (20/38) nach der Opera­ti­on (p=0,008), ACS-unab­hän­gig. Eine hypo­to­ne Makulo­pa­thie trat in 19% der Fälle auf (p=0,05). Eine erhöh­te post­ope­ra­ti­ve cornea­le Hyste­re­se stei­ger­te die Wahr­schein­lich­keit einer hypo­to­nen Makulo­pa­thie (OR 1,8, p=0,003). Unab­hän­gig vom IOD sagte eine hypo­to­ne Makulo­pa­thie eine Abnah­me der axia­len Länge um 0,41 mm (p<0,0001), voraus.

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Autoren: Birnbaum FA et al.
Korrespondenz: Leon Herndon; Leon.herndon@duke.edu
Studie: Risk Factors for Corneal Striae in Eyes after Glaucoma Surgery
Quelle: J Glaucoma 2021 May 27.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001888

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