Auftre­ten intrao­ku­lä­rer Inflamma­ti­on vor asso­zi­ier­ter Darmentzündung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Gastroenterologen ist erforderlich

1. Juni 2022

BIRMINGHAM (Bier­mann) – Bei entzünd­li­chen auto­im­mu­nen Darm­er­kran­kun­gen ([IBD], Coli­tis ulce­ro­sa [UC]; Morbus Crohn [CD]) können okulä­re extrain­tes­ti­na­le Mani­fes­ta­tio­nen (EIM) wie eine ante­rio­re Uvei­tis (AU), Episkle­ri­tis oder Skle­ri­tis zunächst ohne IBD auftre­ten. Das Krank­heits­bild wird als IBD-asso­zi­ier­te okulä­re Inflamma­ti­on (IAOI) bezeich­net. Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit nun schrei­ben, besteht bei Pati­en­ten mit allei­ni­ger Augen­ent­zün­dung ein 2‑fach erhöh­tes Risiko, später an einer IBD im Sinne einer IAOI zu erkranken.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 38.805 Pati­en­ten mit IAOI (medi­a­nes Alter 51 Jahre [Bereich 38–65 Jahre]) sowie 153.018 in Bezug auf Alter und Geschlecht sich entspre­chen­de Teil­neh­mer ohne IAOI aus der Daten­bank der briti­schen Grund­ver­sor­gung in ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe verglich das Risiko für eine späte­re IBD zwischen beiden Grup­pen, und passte die Hazard Ratio für Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Depri­va­ti­on, Komor­bi­di­tät, Niko­tin­kon­sum, axiale Arthro­pa­thie, Diar­rhoe, Lope­ra­mid-Verschrei­bung, Anämie, Blutung im unte­ren Gastro­in­tes­ti­nal­trakt sowie abdo­mi­na­len Schmer­zen an. Zusätz­lich erstell­te die Gruppe mithil­fe logis­ti­scher Regres­si­on ein Vorher­sa­ge­mo­dell für eine IBD inner­halb der nach­fol­gen­den 3 Jahre nach der Diagno­se einer AU.

Die Forscher ermit­tel­ten die Diagno­se einer IBD bei 213 Pati­en­ten (0,6%; UC [n=102], CD [n=111]) in der IAOI-Gruppe nach im Median 882 Tagen (IQR 365‑2043) und in der Nicht-IAOI-Gruppe bei 329 Teil­neh­mern (0,2%; UC [n=215], CD [n=114]) nach im Median 1403 Tagen (IQR 623‑2516).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die Pati­en­ten mit IAOI gegen­über denje­ni­gen ohne eine adjus­tier­te HR für eine späte­re IBD von 2,25 (85%-KI 1,89–22,68; p<0,001; UC  1,65 [95%-KI 1,30–2,09; p<0,001];  CD 3,37 [95%-KI 2,59–4,40; p<0,001]) aufwie­sen. Darüber hinaus litten 84 Pati­en­ten (0,5%) inner­halb von 3 Jahre nach der AU-Diagno­se an einer IBD.

(tt)

Autoren: King D et al.
Korrespondenz: Nicola Adderley; n.j.adderley@bham.ac.uk
Studie: Risk of a subsequent diagnosis of inflammatory bowel disease in subjects with ophthalmic disorders associated with inflammatory bowel disease: a retrospective cohort analysis of UK primary care data
Quelle: BMJ Open 2022; May 11;12(5):e052833.
Web: dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2021-052833

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