Arzt­ter­mi­ne mittels Video in der ophthal­mo­lo­gi­schen Praxis

Mehr als zwei Drittel der Patienten betrachten dies als gute Alternative

2. November 2020

PITTSBURGH (Bier­mann) – Eine Gruppe von Wissen­schaft­lern aus den USA und Indien hat in einer neu veröf­fent­lich­ten Arbeit bestä­tigt, dass sich eine Reihe von ophthal­mo­lo­gi­schen Beschwer­den mittels virtu­el­ler (Video-)Patientenkontakte behan­deln lassen. Pati­en­ten, die an einer Umfra­ge im Rahmen der Studie teil­nah­men, bewer­te­ten solche Video­kon­tak­te zu ihrem Augen­arzt als „akzep­ta­bel“ und „zeit­spa­rend“. Die Mehr­heit der Pati­en­ten würde es demnach in Betracht ziehen, zukünf­ti­ge Termi­ne bei ihrem Ophthal­mo­lo­gen eben­falls per Video­kon­sul­ta­ti­on wahrzunehmen.

An der retro­spek­ti­ven Quer­schnitts­ana­ly­se und Befra­gung erwach­se­ner Pati­en­ten hatten 219 Perso­nen teil­ge­nom­men, die zwischen dem 18.03. und dem 27.04.2020 virtu­ell bzw. per Video Kontakt mit einem Augen­arzt hatten. Für alle Kontak­te über Video wurden Pati­en­ten­ei­gen­schaf­ten, Diagno­sen, Manage­ment, und Follow-up-Ergeb­nis­se zusam­men­ge­tra­gen. Die Pati­en­ten bat man um eine Rück­mel­dung bezüg­lich Akzep­tanz und Nutzen ihrer virtu­el­len Videokonsultation.

Die teil­neh­men­den Pati­en­ten waren im Durch­schnitt 55 Jahre alt (Bereich 21–89 Jahre), weib­lich waren 118 (54%) der Befrag­ten. Die Proban­den nahmen über einen Zeit­raum von 6 Wochen insge­samt 231 virtu­el­le Arzt­ter­mi­ne wahr. Bei etwa der Hälfte dieser Begeg­nun­gen waren akute Beschwer­den der Auslö­ser (102 Termi­ne [47%]): am häufigs­ten Zustand nach Opera­ti­on (20 Termi­ne [9% der Termi­ne insge­samt]), gefolgt von Binde­haut­ent­zün­dung (16 [7%]) und Kera­ti­tis (14 [6%]). Die häufigs­ten Thera­pie­ent­schei­dun­gen, die bei diesen Anläs­sen getrof­fen wurden, waren die Verschrei­bung von Medi­ka­men­ten (102 [46%]) oder Beschwich­ti­gung (86 [39%]), während 17 Pati­en­ten (8%) zu einer drin­gen­den persön­li­chen Beur­tei­lung einbe­stellt wurden.

An einer Follow-up-Befra­gung nahmen 92 Pati­en­ten teil (42% Rück­lauf­quo­te), von denen 45 (49%) anga­ben, dass sie mögli­cher­wei­se in der Zeit der Pande­mie mit Verzö­ge­rung ärzt­li­chen Rat gesucht hätten, wenn für sie die Möglich­keit einer Video­kon­sul­ta­ti­on nicht bestan­den hätte. Als Alter­na­ti­ve für die Zukunft zogen 72 (78%) eine Video­kon­sul­ta­ti­on als Alter­na­ti­ve zu einer persön­li­chen Begeg­nung in der Praxis in Betracht ziehen. Insge­samt wurde die Erfah­rung mit virtu­el­len Arzt­ter­mi­nen mittels Video hoch und auf der Likert-Skala mit durch­schnitt­lich 4,3 von 5 bewer­tet (Cron­bachs α=0,88).

(ac)

Autoren: Kalra et al.
Korrespondenz: Roxana Fu; fur3@upmc.edu
Studie: Incorporating Video Visits into Ophthalmology Practice: A Retrospective Analysis and Patient Survey to Assess Initial Experiences and Patient Acceptability at an Academic Eye Center
Quelle: Ophthalmol Ther 2020;9(3):549-562.
Web: dx.doi.org/10.1007/s40123-020-00269-3 

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