Anwen­dungs­be­ob­ach­tung

Ahmed-Implantat senkt Augeninnendruck effizienter als mikrogepulste transsklerale Zyklophotokoagulation

13. Januar 2021

DORTMUND (Bier­mann) – Mit einer Ahmed-Valve-Implan­ta­ti­on wird der Augen­in­nen­druck sowie die Anzahl der Antig­lau­kom­mit­tel beim fort­ge­schrit­te­nen primä­ren Offen­win­kel­glau­kom effi­zi­en­ter gesenkt als mit einer trans­sklera­len Zyklo­pho­to­ko­agu­la­ti­on mittels Micro­Pul­se-Dioden­la­ser, so das Ergeb­nis einer Beob­ach­tungs­stu­die, die im Inter­na­tio­nal Ophthal­mo­lo­gy veröf­fent­licht wurde. Darüber hinaus zeigte das Ahmed-Implan­tat besse­re Ergeb­nis­se hinsicht­lich der abso­lu­ten und quali­fi­zier­ten Erfolgs­ra­ten.

In der prospek­ti­ven klini­schen Beob­ach­tungs­stu­die wurden 30 Pati­en­ten (30 Augen) mit fort­ge­schrit­te­nem Offen­win­kel­glau­kom entwe­der für eine trans­sklera­le Zyklo­pho­to­ko­agu­la­ti­on mit einem Micro­Pul­se-Laser mit 3000 mW (Iridex, Sili­con Valley, Kali­for­ni­en, USA) oder für eine Ahmed-Valve-Implan­ta­ti­on rando­mi­siert. 15 Pati­en­ten wurden mit dem Micro­Pul­se-Laser (Gruppe A) behan­delt und 15 Pati­en­ten erhiel­ten ein Ahmed-Valve-Implan­tat (Gruppe B). Einschluss­kri­te­ri­en waren die Diagno­se eines fort­ge­schrit­te­nen primä­ren Offen­win­kel­glau­koms, ein Augen­in­nen­druck über 21 mmHg, eine Cup-Disc-Ratio von 0,9–1,0 und die Nicht­er­rei­chung des Augen­in­nen­druck­ziels, entwe­der unter maxi­mal tole­rier­ba­rer loka­ler Thera­pie (2–4 Antig­lau­kom-Präpa­ra­te) oder unter syste­mi­scher Thera­pie (Acetazol­amid). Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit der Studie betrug 12 Monate.

Der abso­lu­te Erfolg war defi­niert als das Errei­chen eines Augen­in­nen­drucks zwischen 6 und 15 mmHg und eine Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­drucks um mindes­tens 30% gegen­über dem Ausgangs­wert bei redu­zier­ter oder glei­cher Anzahl von Antig­lau­kom-Präpa­ra­ten nach dem chir­ur­gi­schen Eingriff ohne weite­re Glau­kom­ope­ra­tio­nen. Der quali­fi­zier­te Erfolg war defi­niert als das Errei­chen des Augen­in­nen­drucks zwischen 6 und 18 mmHg und eine Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­drucks um mindes­tens 20% gegen­über dem Ausgangs­wert, unab­hän­gig von der Anzahl der post­ope­ra­ti­ven Antig­lau­kom-Präpa­ra­te. Die Wirk­sam­keit wurde bewer­tet, indem die abso­lu­te und die quali­fi­zier­te Erfolgs­ra­te mittels Kaplan-Meier-Analy­se geschätzt wurden.

In der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 12 Mona­ten wurde eine Verrin­ge­rung des Augen­in­nen­drucks um >30% in 33,3% der Gruppe A und in 73,3% der Gruppe B erreicht. In beiden Grup­pen wurde eine statis­tisch signi­fi­kan­te Abnah­me der Anzahl an Augen­trop­fen beob­ach­tet (p<0,01). 53,3% der Augen in Gruppe A wurden zusätz­li­chen Anti-Glau­kom-Verfah­ren unter­zo­gen, um den ange­streb­ten Augen­in­nen­druck zu erzie­len. Die Anzahl der loka­len Medi­ka­men­te, die 12 Monate nach der Augen­ope­ra­ti­on verab­reicht wurden, betrug in Gruppe A 2 (±1,3) und in Gruppe B 0,57 (±0,9), vergli­chen mit 3,2 (±0,78) und 3,33 (±0,7) Medi­ka­men­ten vor der Opera­ti­on (p=0,016). 8 Augen (53,33%) in Gruppe A wurden aufgrund eines akuten post­ope­ra­ti­ven Anstiegs des Augen­in­nen­drucks einer weite­ren Behand­lung unter­zo­gen (5 Augen mTS-CPC, 1 Auge Kanalo­plas­tik, 2 Augen AGV-Implan­ta­ti­on). In Gruppe B waren keine weite­ren Eingrif­fe erfor­der­lich.

(isch)

Autoren: Fili S et al.
Korrespondenz: Sofia Fili; sofia.fili@joho-dortmund.de
Studie: Transscleral cyclophotocoagulation with MicroPulse® laser versus Ahmed valve implantation in patients with advanced primary open-angle glaucoma.
Quelle: Int Ophthalmol 2021 Jan 3.
Web: https://doi.org/10.1007/s10792-020-01682-0

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