Anti­phos­pho­li­pid-Syndrom mit okulä­rer Manifestation

Iatrogene Ursachen sollten bei regelmäßigen Kontrollen berücksichtigt werden

2. August 2021

NANCY (Bier­mann) – Das Anti­phos­pho­li­pid-Syndrom (APS) ist eine Auto­im­mun­erkran­kung, welche durch mehre­re klini­sche Mani­fes­ta­tio­nen – haupt­säch­lich venöse und arte­ri­el­le Throm­bo­sen – in Verbin­dung mit verschie­de­nen persis­tie­ren­den Anti­phos­pho­li­pid-Anti­kör­pern (aPL) charak­te­ri­siert ist. Laut den Autoren einer aktu­el­len Arbeit stell­te in voran­ge­gan­ge­nen Studi­en die reti­na­le Venen­throm­bo­se die häufigs­te okulä­re Mani­fes­ta­ti­on des APS dar. In ihrer neuen Unter­su­chung hat die Arbeits­grup­pe jedoch gezeigt, dass die meis­ten okulä­ren Befun­de iatro­gen im Zusam­men­hang mit der Thera­pie mit Corti­cos­te­ro­iden oder Hydro­xychlo­ro­quin aufge­tre­ten sind.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 117 aPL-posi­ti­ve Pati­en­ten aus 2 Forschungs­pro­gram­men in die Studie auf. Das Ziel der Studie bestand darin, okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen in einer homo­ge­nen Kohor­te von Pati­en­ten mit genau defi­nier­ten persis­tie­ren­den aPL zu ermit­teln, sowie nach­fol­gend Varia­blen zu bestim­men, die mit diesen Mani­fes­ta­tio­nen asso­zi­iert waren.

Die Forscher stell­ten bei 10 von den 117 Pati­en­ten APS-asso­zi­ier­te ophthal­mo­lo­gi­sche Mani­fes­ta­tio­nen fest. Zu diesen zähl­ten das Glau­kom, die Hydro­xychlo­ro­quin-asso­zi­ier­te Makulo­pa­thie, die akute ante­rio­re Uvei­tis sowie die ante­rio­re ischä­mi­sche Optikusneuropathie.

Darüber hinaus fanden die Exper­ten heraus, dass das Risiko für APS-beding­te okulä­re Mani­fes­ta­tio­nen signi­fi­kant mit dem syste­mi­schen Lupus erythe­ma­to­des (SLE; OR 3,4; 95%-KI 0,9–12,7), mit einer Corti­cos­te­ro­id-Thera­pie (OR 9,0; 95%-KI 2,2–37,7) sowie mit der aPL-asso­zi­ier­ten Nephro­pa­thie (OR 3,4; 95%-KI 1,7–30,0) asso­zi­iert war.

Die Autoren resü­mie­ren, dass bei Pati­en­ten mit SLE, mit Throm­bo­sen klei­ner Gefäße im Allge­mei­nen sowie mit aPL-beding­ter Nephro­pa­thie im Beson­de­ren, ein höhe­res Risiko für APS-beding­te ophthal­mo­lo­gi­sche Mani­fes­ta­tio­nen besteht. Aus diesem Grund sei bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv eine engma­schi­ge Über­wa­chung unter Berück­sich­ti­gung auch iatro­ge­ner Kompli­ka­tio­nen erforderlich.

(tt)

Autoren: Menet J et al.
Korrespondenz: Stéphane Zuily; s.zuily@chru-nancy.fr
Studie: Ophthalmologic manifestations in patients with antiphospholipid antibodies: Beware of iatrogenic complications
Quelle: Lupus 2021; Jul 20;9612033211033988.
Web: dx.doi.org/10.1177/09612033211033988

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