Anti-VEGF-Medi­ka­men­te

Studie vergleicht Sicherheit unter Real-World-Bedingungen

14. August 2020

ROCHESTER (Bier­mann) – Die intra­vit­rea­le Anti-VEGF-Phar­ma­ko­the­ra­pie spielt eine zentra­le Rolle bei der Behand­lung der neovasku­lä­ren alters­ab­hän­gi­gen Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (nAMD), der diabe­ti­schen Netz­haut­er­kran­kung (DRD) und venö­ser reti­na­ler Gefäß­ver­schlüs­se (RVO). In klini­schen Studi­en sind die Raten schwer­wie­gen­der uner­wünsch­ter Ereig­nis­se (SAEs) nach einer Anti-VEGF-Behand­lung nied­rig. Nun vergli­chen US-ameri­ka­ni­sche Wissen­schaft­ler in einer retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die die Sicher­heit von intra­vit­rea­lem Beva­ci­zumab, Rani­bi­zumab und Afli­ber­cept unter Real-World-Bedin­gun­gen. Die Arbeits­grup­pe konnte keine Unter­schie­de beim Risiko für einen akuten Myokard­in­farkt (MI), zere­bro­vasku­lä­re Erkran­kun­gen (CVD), starke Blutun­gen oder Hospi­ta­li­sie­rung jegli­cher Ursa­che nach Beginn einer Behand­lung mit intra­vit­rea­lem Beva­ci­zumab, Rani­bi­zumab oder Afli­ber­cept feststellen.

Unter Verwen­dung einer US-ameri­ka­ni­schen Daten­bank mit Kran­ken­ver­si­cher­ten iden­ti­fi­zier­ten die Studi­en­au­toren Kohor­ten mit erwach­se­nen Perso­nen, die zwischen 1.1.2007 und 30.06.2008 eine initia­le Anti-VEGF-Injek­ti­on gegen nAMD, DRD und RVO erhiel­ten. Einge­schlos­sen wurden Pati­en­ten mit einjäh­ri­gem Versi­che­rungs­schutz vor der Erst­be­hand­lung. Vergli­chen wurden vorab defi­nier­te syste­mi­sche Ergeb­nis­se der Anti-VEGF-Wirk­stof­fe, die inner­halb von 180 Tagen nach Beginn der Behand­lung auftra­ten. Dazu verwen­de­ten die Autoren ein Propen­si­ty-Score-gewich­te­tes Cox-Modell.

87.844 Pati­en­ten erhiel­ten zwischen dem 1.1.2007 und dem 30.06.2008 inita­le Anti-VEGF-Injek­tio­nen gegen nAMD, DRD und RVO (69.007 Beva­ci­zumab; 10.895 Rani­bi­zumab; 7.942 Afli­ber­cept). Nach der Injek­ti­on waren die 180-Tage-Ereig­nis­ra­ten pro 100 Pati­en­ten für MI, CVD, schwe­re Blutun­gen und Hospi­ta­li­sie­rung jegli­cher Ursa­che ähnlich für Beva­ci­zumab (0,64; 0,59; 0,34 und 10,41), Rani­bi­zumab (0,62; 0,53; 0,40 und 9,44) und Afli­ber­cept (0,63; 0,60; 0,20 und 9,88).

Es wurden keine Unter­schie­de beim Risiko für MI, CVD, schwe­re Blutun­gen oder Hospi­ta­li­sie­rung jegli­cher Ursa­che fest­ge­stellt, wenn man die risi­ko­ad­jus­tier­ten Effek­te des Behand­lungs­be­ginns mit Beva­ci­zumab versus Rani­bi­zumab verglich (Hazard Ratio [95%-Konfidenzintervall] 0,96 [0,74–1,25]; 1,04 [0,78–1,38]; 0,85 [0,61–1,19]; 1,03 [0,96–1,10], alle p>0,05). Ebenso wurden keine Unter­schie­de fest­ge­stellt für Beva­ci­zumab versus Afli­ber­cept (HR [95%-KI] 0,95 [0,68–1,33]; 0,99 [0,71–1,38]; 1,02 [0,60–1,74]; 1,01 [0,93–1,10], alle p>0,05) und für Afli­ber­cept versus Rani­bi­zumab (HR [95%-KI] 0,91 [0,62–1,35]; 1,12 [0,74–1,69]; 0,96 [0,53–1,73]; 1,02 [0,92–1,13], alle p>0,05).

(isch)

Autoren: Maloney MH et al.
Korrespondenz: Andrew J. Barkmeier; barkmeier.andrew@mayo.edu
Studie: Risk of Systemic Adverse Events Following Intravitreal Bevacizumab, Ranibizumab, and Aflibercept in Routine Clinical Practice
Quelle: Ophthalmology 2020;Aug 08.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.07.062

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