Anti-VEGF-Thera­pie

Glaukomatöse Veränderungen in suszeptiblen Augen

7. November 2019

CHARLOTTESVILLE (Bier­mann) – Intra­vit­rea­le Anti-VEGF-Injek­tio­nen können eine glau­kom­a­tö­se Verän­de­rung bei Pati­en­ten mit vorbe­stehen­dem Glau­kom oder Augen­hy­per­to­nie beschleu­ni­gen, so das Ergeb­nis einer retro­spek­ti­ven Beob­ach­tungs­stu­die. Daher sollte der Bedarf an Glau­kommedi­ka­men­ten oder ande­ren Inter­ven­tio­nen im Verlauf der Anti-VEGF-Thera­pie von den behan­deln­den Ärzten beur­teilt werden, so das Fazit der Studienautoren.

In ihrer Studie unter­such­ten die Autoren, ob wieder­hol­te Anti-VEGF-Injek­tio­nen struk­tu­rel­le und funk­tio­nel­le glau­kom­a­tö­se Verän­de­run­gen in Augen mit bereits bestehen­dem Glau­kom oder okulä­rer Hyper­to­nie (OHT) beschleu­ni­gen können.

Einge­schlos­sen waren 28 Pati­en­ten mit vorbe­stehen­dem Glau­kom oder OHT, die 6 oder mehr einsei­ti­ge Anti-VEGF-Injek­tio­nen bei gleich­zei­ti­ger neovasku­lä­rer Erkran­kung des Auges erhiel­ten. Die primä­ren Endpunk­te waren die Rate des Gesichts­feld­ver­lusts in dB/Jahr, die Ände­rungs­ra­te der Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) in μm/Jahr und der Bedarf an zusätz­li­chen Glau­kommedi­ka­men­ten, Opera­tio­nen oder Laser.

Die Anzahl der Augen, die eine zusätz­li­che Glau­kom­ope­ra­ti­on oder eine zusätz­li­che Laser­be­hand­lung benö­tig­ten, betrug 8 von 28 (28,6%) in der inji­zier­ten Gruppe und 2 von 28 (7,1%) in der nicht inji­zier­ten Gruppe. Außer­dem benö­tig­te ein höhe­rer Anteil der inji­zier­ten Augen eine inva­si­ve Glau­kom­in­ter­ven­ti­on (p=0,034). Die durch­schnitt­li­che Abnah­me­ra­te der mitt­le­ren Abwei­chung und die Ände­rung der Muster­stan­dard­ab­wei­chung waren bei inji­zier­ten Augen signi­fi­kant höher (p=0,029; p=0,019).

Die geschätz­te mitt­le­re Rate der globa­len RNFL-Ände­rung betrug –4,27 μm/Jahr für die inji­zier­te Gruppe und –1,17 μm/Jahr für die nicht inji­zier­te Gruppe und war nur für inji­zier­te Augen signi­fi­kant (p=0,014). Nur der supe­rio­re Quadrant wies eine zwischen den Grup­pen signi­fi­kant unter­schied­li­che Ausdün­nung auf (p=0,030).

(isch)

Autoren: Du J et al.
Korrespondenz: Jeanette Du; University of Virginia School of Medicine, 1300 Jefferson Park Ave, Charlottesville, VA 22908
Studie: Effects of Intravitreal Anti-VEGF Therapy on Glaucoma-Like Progression in Susceptible Eyes
Quelle: J Glaucoma 2019 Oct 17
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001382

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.