Anti-VEGF-Thera­pie bei VAV-beding­tem Maku­la­ö­dem mit versus ohne Glaukom

Visusgewinn erweist sich bei Glaukompatienten als schlechter

1. August 2022

TSU (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge, beein­flusst ein Glau­kom das thera­peu­ti­sche Anspre­chen auf eine Anti-VEGF-Thera­pie bei Pati­en­ten mit einem durch einen Venen­ast­ver­schluss beding­ten Maku­la­ö­dem (VAV-MÖ) in Bezug auf die funk­tio­nel­len Erfol­ge negativ.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 57 Patienten/Augen mit einem VAV-MÖ, bei denen im Zeit­raum 2013 bis 2017 in der Augen­kli­nik der Mie-Univer­si­täts­kli­nik (Japan) 1‑malig eine intra­vit­rea­le Injek­ti­on mit einem VEGF-Inhi­bi­tor erfolg­te. Die Arbeits­grup­pe teilte die Kohor­te in 2 Grup­pen auf. Die Gruppe G-(+) bilde­ten 27 Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom und die Gruppe G-(-) umfass­te 30 Pati­en­ten ohne Glau­kom. Die Forschen­den über­prüf­ten die Befun­de der zentra­len Netz­haut­di­cke (CRT) sowie die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) präope­ra­tiv sowie 1 bzw. 3 Monate postoperativ.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die mitt­le­re CRT zwischen den Grup­pen präope­ra­tiv nicht signi­fi­kant unter­schied (G-[-] 514,2 ±117,3 vs. G-[+] 533,4 ±171,4 µm). In beiden Grup­pen kam es nach 1 Monat (G-[-] 321,1 ±114,6 vs. G-[+] 347,8 ±134,7 µm) sowie nach 3 Mona­ten (G-[-] 360,4 ±159,5 vs. G-[+] 352,4 ±151,9 µm) zu einer signi­fi­kan­ten Abnah­me der CRT (beide Grup­pen p<0,01), während zwischen den Grup­pen weiter­hin kein signi­fi­kan­ter Unter­schied bestand.

Ebenso stell­ten die Exper­ten keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied beider Grup­pen in Bezug auf die mitt­le­re BCVA vor der Injek­ti­on (G-[-] 0,42 ±0,32 logMAR [0,4 dezi­mal] vs. G-[+] 0,57 ±0,33 logMAR [0,25 dezima]) sowie nach 1 Monat fest (G-[-] 0,27 ±0,26 vs. G-[+] 0,34 ±0,42 logMAR; [beide in etwa 0,5 dezi­mal]; beide Grup­pen p<0,01). Demge­gen­über zeig­ten die G-(+)-Augen nach 3 Mona­ten eine signi­fi­kant schlech­te­re BCVA als die G-(-)-Augen (G-[-] 0,18 ±0,20 vs. G-[+] 0,39 ±0,34 logMAR [0,6 vs. 0,4 dezi­mal]; p=0,02).

Die Autoren vermu­ten, dass das schlech­te­re Visus­er­geb­nis bei einem bekann­ten Glau­kom durch die bereits vorge­schä­dig­ten reti­na­len Nerven­fa­sern zu erklä­ren ist.

(tt)

Autoren: Asami S et al.
Korrespondenz: Masahiko Sugimoto; sugmochi@clin.medic.mie-u.ac.jp
Studie: Anti-Vascular Endothelial Growth Factor Treatment for Macular Edema in Eyes with Branch Retinal Vein Occlusion with vs Without Glaucoma - Does Glaucoma Affect Visual Outcome in Eyes with BRVO-ME After antiVEGF Injections?
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jul 15;16:2275-2283.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S356727

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