Ante­rio­re VZV- und HSV-asso­zi­ier­te Uveitis

Evidenzbasierte Leitlinien zum Therapiemanagement fehlen

2. August 2021

CHANDIGARH (Bier­mann) – Das Herpes-simplex-Virus (HSV) und das Vari­zel­la-Zoster-Virus (VZV) sind die häufigs­ten Erre­ger bei der vira­len ante­rio­ren Uvei­tis (VAU). Es gibt derzeit noch keinen Konsens über die am besten geeig­ne­te Behand­lungs­stra­te­gie. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Thera­pie zurzeit auf indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen und begrenz­ter Lite­ra­tur, haupt­säch­lich aufgrund der schwa­chen klini­schen Studi­en­evi­denz, basiert.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten ein syste­ma­ti­sches Review mit Meta­ana­ly­se zur Wirk­sam­keit verschie­de­ner anti­vi­ra­ler Thera­pien bei HSV- und VZV-beding­ter AU durch. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te mithil­fe einer Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed, Web of Science, CINAHL, OVID und Embase bis Januar 2020 rando­mi­sier­te, nicht rando­mi­sier­te Interventions‑, kontrol­lier­te Vorher-Nach­her- sowie Beob­ach­tungs­stu­di­en zu der Wirkung oraler und/oder topi­scher Thera­peu­ti­ka bei VAU und extra­hier­te und analy­sier­te nach­fol­gend die Daten mit Bewer­tung des Verzerrungspotenzials.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Thera­pie mit oralem Aciclo­vir ein statis­tisch signi­fi­kant gutes Ergeb­nis bei der ante­rio­ren VZV-Uvei­tis im Vergleich zu Place­bo (OR 0,26; 95%-KI 0,11–0,59) aufwies, hinge­gen keine gleich­wer­ti­ge Wirkung bei der ante­rio­ren HSV-Uvei­tis bestand (OR 4,17; 95%-KI 1,28–13,52). Des Weite­ren stell­ten sie fest, dass sich die 7‑tägige Gabe von oralem Aciclo­vir bei der ante­rio­ren VZV-Uvei­tis signi­fi­kant über­le­gen gegen­über der topi­schen Appli­ka­ti­on zeigte (OR 4,17; 95%-KI 1,28–13,52).

Es ergab sich dage­gen keine signi­fi­kan­te Über­le­gen­heit eines der folgen­den Behand­lungs­sche­ma­ta gegen­über den ande­ren: topi­sches Aciclo­vir gegen­über topi­schen Corti­cos­te­ro­iden (OR 1,86; 95%-KI 0,67–5,17), orales Aciclo­vir über 7 Tage gegen­über oralem Aciclo­vir über 14 Tage (OR 0,21; 95%-KI 0,01–4,50) oder oralem Vala­ci­clo­vir (OR 1,40; 95%-KI 0,48–4,07).

Laut den Autoren unter­strei­chen die Ergeb­nis­se des Reviews, dass die erheb­li­che Lücke in der Evidenz­ba­sis bezüg­lich einer geeig­ne­ten Thera­pie bei VAU in zukünf­ti­gen Studi­en geschlos­sen werden muss.

(tt)

Autoren: Testi I et al.
Korrespondenz: Vishali Gupta; vishalisara@yahoo.co.in
Studie: Antiviral Therapy for Varicella Zoster Virus (VZV) and Herpes Simplex Virus (HSV)-Induced Anterior Uveitis: A Systematic Review and Meta-Analysis
Quelle: Front Med (Lausanne) 2021; Jul 2;8:686427.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.686427

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