Angst­zu­stän­de in der COVID-19-Pandemie

Assoziation mit Myopie ist gegeben

5. Januar 2022

TIANJIN (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass bei chine­si­schen Studi­en­an­fän­gern eine Asso­zia­ti­on von Myopie mit Angst­zu­stän­den, nicht aber mit Depres­sio­nen besteht. Je höher die Kurz­sich­tig­keit, desto stär­ker die Angst.

Die Ergeb­nis­se unter­strei­chen laut den Verfas­sern der Arbeit die Bedeu­tung einer psycho­lo­gi­schen Unter­stüt­zung von myopen Studie­ren­den in der COVID-19-Pandemie.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum Okto­ber 2020 bis Dezem­ber 2020 insge­samt 764 Erst­se­mest­ler (Durch­schnitts­al­ter 18,2 ± 0,7 Jahre; 489 Frauen, 275 Männer) der Medi­zi­ni­schen Univer­si­tät in Tian­jin (China) in ihre Quer­schnitts­stu­die ein. Ein Augen­arzt führte die ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen durch, und die Teil­neh­mer mach­ten mithil­fe der Frage­bö­gen Self-Rating-Anxie­ty-Scale (SAS) und Self-Rating-Depres­si­on-Scale (SDS) detail­lier­te Anga­ben zu Depres­sio­nen, Angst­zu­stän­den und ande­ren Risikofaktoren.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Gesamt­prä­va­lenz von Angst und Depres­si­on 10,34% und 25,13% betrug. Die Präva­lenz von Myopie (sphä­ri­sches Äqui­va­lent [SE] ‑0,5 bis ‑6D) und hoher Myopie (SE <-6D) lag bei 92,02% und 26,7%.

97,9% der Teil­neh­mer gaben eine Schlaf­dau­er von >6 h/d an, und 70,54% berich­te­ten von >4 h/d Bildschirmarbeit.

Die Exper­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass ein signi­fi­kan­ter Zusam­men­hang zwischen Angst und Bril­len­stär­ke (OR 0,89; 95%-KI 0,81–0,98; p=0,019), dem SE (OR 0,89; 95%-KI 0,81–0,98; p=0,025), der Schlaf­dau­er (OR 0,53; 95%-KI 0,35–0,79; p=0,002) sowie dem Body-Mass-Index (OR 0,93; 95%-KI 0,86–0,99; p=0,047) bestand. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Medi­zi­ner mittels multi­va­ria­bler linea­rer Regres­si­ons­mo­del­len, dass die Bril­len­stär­ke (ß= ‑0,43; 95%-KI ‑0,68 bis ‑0,19; p=0,001) und das SE (ß= ‑0,36; 95%-KI ‑0,60 bis ‑0,11; p=0,005) nega­tiv mit den Angst­wer­ten verbun­den waren, während die axiale Bulbus­län­ge (ß= 0,54; 95%-KI 0,02–1,07; p=0,044) posi­tiv mit den Angst­wer­ten korrelierte.

Zusätz­lich zeigte sich, dass eine Verrin­ge­rung der Schlaf­dau­er um 1 Stunde mit einem Anstieg des Depres­si­ons­wer­tes auf der Skala um 0,12 Punk­ten asso­zi­iert war (ß=0,12; 95%-KI 0,37–1,58; p=0,002).

(tt)

Autoren: Zhang H et al.
Korrespondenz: Ruihua Wei; weirhua2009@126.com
Studie: Relationship Between Myopia and Other Risk Factors With Anxiety and Depression Among Chinese University Freshmen During the COVID-19 Pandemic
Quelle: Front Public Health 2021; Dec 1;9:774237.
Web: dx.doi.org/10.3389/fpubh.2021.774237

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