Angst­stö­run­gen bei ophthal­mo­lo­gi­schen Patienten

Interdisziplinäre Zusammenarbeit sollte verstärkt werden

9. Mai 2022

MALANG (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Studie zufol­ge treten Angst­sym­pto­me und ‑störun­gen bei Pati­en­ten mit Augen­er­kran­kun­gen häufig auf. Laut den Autoren der Arbeit ist es daher essen­zi­ell, dieses Pati­en­ten­kol­lek­tiv inter­dis­zi­pli­när und zügig zu iden­ti­fi­zie­ren und effek­tiv zu behandeln.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed, Scopus und Web of Science durch, um rele­van­te Studi­en zur Präva­lenz von Angst­sym­pto­men und ‑störun­gen bei Pati­en­ten mit verschie­de­nen Augen­er­kran­kun­gen zu analy­sie­ren. Die Arbeits­grup­pe schloss insge­samt 95 Studi­en in ihre Meta-Analy­se ein, von denen 81 Angst­sym­pto­me und 14 Angst­stö­run­gen bewerteten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Präva­lenz von Angst­sym­pto­men und ‑störun­gen von 2,4 und 95,87% bzw. 6,5 und 77,5% reich­te. Aufgrund dieser Hete­ro­ge­ni­tät verwen­de­ten die Wissen­schaft­ler das Random-Effects-Modell  (I2 >50%). Damit stell­ten die Exper­ten fest, dass die gepool­ten Gesamt­prä­va­len­zen von Angst­sym­pto­men 31,2% (6507/23.415 Proban­den; 95%-KI 25,9–36,7; p<0,001) und von Angst­stö­run­gen 19% (6502/60.174 Proban­den; 95%-KI 16,1–22,0; p<0,001) betru­gen. Nach Alter klas­si­fi­ziert ergab sich zudem, dass Kinder ängst­li­cher waren als Erwach­se­ne (gepool­te Präva­lenz 58,6% vs. 29%).

Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Forschen­den, dass die Präva­lenz von Angst­sym­pto­men bei Pati­en­ten mit Uvei­tis am höchs­ten ausfiel (53,5%), gefolgt von der Erkran­kung des trocke­nen Auges (DED; 37,2%), Retini­tis pigmento­sa (36,5%), Diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (31,3%), Glau­kom (30,7%), Myopie (24,7%), AMD (21,6%) sowie Kata­rakt (21,2%). Angst­stö­run­gen traten dage­gen am häufigs­ten bei Pati­en­ten mit Schild­drü­sen­er­kran­kun­gen auf (28,9%), gefolgt vom Glau­kom (22,2%) sowie dem DED (11,4%).

Beim Vergleich mit gesun­den Perso­nen konsta­tier­te die Studi­en­grup­pe, dass Pati­en­ten mit Augen­er­kran­kun­gen eine um das Doppel­te gestei­ger­te Präva­lenz für Angst­sym­pto­me (OR 1,912; 95%-KI 1,46–2,5; p<0,001) und für Angst­stö­run­gen (OR 2,281; 95%-KI 1,17–4,45; p=0,016) aufwiesen.

(tt)

Autoren: Ulhaq ZS et al.
Korrespondenz: Zulvikar Syambani Ulhaq; zulvikar.syambani.ulhaq@brin.go.id
Studie: The prevalence of anxiety symptoms and disorders among ophthalmic disease patients
Quelle: Ther Adv Ophthalmol 2022 Apr 19;14:25158414221090100.
Web: dx.doi.org/10.1177/25158414221090100

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