AMD und OCT-Selbstüberwachung

Flüssigkeitsdetektion erweist sich als zuverlässig

24. Juni 2022

MILWAUKEE (Bier­mann) – Ein OCT-Heim­über­wa­chungs-System ermög­licht es Pati­en­ten mit AMD, zu Hause selb­stän­dig Aufnah­men der Makula zu erstel­len und bei neuer Krank­heits­ak­ti­vi­tät wie bspw. frischer intra- und/oder subre­ti­na­ler Flüs­sig­keit recht­zei­tig zu reagie­ren. Die Bilder werden mittels Cloud über­tra­gen. Laut den Autoren der aktu­el­len Arbeit kann dadurch die Vorstel­lungs­last für die Pati­en­ten verrin­gert werden und eine Behand­lungs­in­di­ka­ti­on früh­zei­tig gestellt werden.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 235 Pati­en­ten mit nAMD in ihre prospek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die ein. Zunächst erfolg­ten bei der Gesamt­ko­hor­te Aufnah­men mit einem kommer­zi­el­len Spec­tral Domain OCT (SD-OCT).

Nach­fol­gend wurden die Pati­en­ten in 2 Grup­pen aufge­teilt. 290 Pati­en­ten (531 Augen; mitt­le­res Alter 78,8±8,8 Jahre, media­ne Sehschär­fe 0,5 dezi­mal) wurden noch im klini­schen Umfeld von einem ophthal­mo­lo­gi­schen Tech­ni­ker in den Selbst­bild­ge­bungs­pro­zess mit dem SD-OCT-Heim­ge­rät eines Proto­typs ange­lernt, während 45 Pati­en­ten (74 Augen; mitt­le­res Alter 79,5±6,5 Jahre; media­ne Sehschär­fe 0,6 dezi­mal) in die Hand­ha­bung eines SD-OCT-Heim­ge­rä­tes einer neue­ren Genera­ti­on einge­führt wurden. Die Geräte unter­schie­den sich nur in der Form und im Gewicht. Das Selbst­scan­nen dauer­te in etwa 40 sec (88 B‑Scans über 10°x10° Sichtfelder).

Als Haupt­end­punk­te legte die Arbeits­grup­pe die Fähig­keit der Pati­en­ten, auswert­ba­re Scans mit den OCT-Heim­ge­rä­ten aufzu­neh­men sowie den Vergleich dieser Scans mit Aufnah­men eines kommer­zi­el­len OCT-Gerä­tes fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass erfolg­rei­che Bilder mit dem Proto­typ bei 469 der 531 Augen (88%) von 264 der 290 (91%) Pati­en­ten aufge­nom­men wurden. In der Gruppe mit dem neue­ren OCT-Gerät waren ebenso geeig­ne­te Aufnah­men bei 69 der 74 Augen (93%) von allen 45 Pati­en­ten (100%) verfügbar.

Die Reti­no­lo­gen stell­ten fest, dass eine höhere Rate an erfolg­rei­cher Bild­ge­bung nur bei Pati­en­ten mit einer Sehschär­fe ≥0,06 dezi­mal möglich war. Die posi­ti­ve prozen­tua­le Über­ein­stim­mung von Flüs­sig­keit bzw. keiner Flüs­sig­keit im Vergleich zu Volu­men­scans des kommer­zi­el­len OCT-Gerä­tes lag für den Proto­typ bei 98% bzw. 96% sowie für die neuere Versi­on bei 97% bzw. 95%.

(tt)

Autoren: Kim JE et al.
Korrespondenz: Judy E Kim; jekim@mcm.edu
Studie: Evaluation of a self-imaging SD-OCT system designed for remote home monitoring
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Jun 10;22(1):261.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02458-z

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