Alters­be­ding­te Augen­er­kran­kun­gen bei Pati­en­ten mit Alzheimer

Studie zeigt Assoziation mit Diabetischer Retinopathie auf

1. September 2022

SINGAPUR (Bier­mann) – Ältere Perso­nen mit der Alzhei­mer-Erkran­kung (AD) haben ein erhöh­tes Risiko, eine Diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (DR) zu entwi­ckeln. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer neuen Arbeit gekom­men. Darin empfeh­len sie eine verstärk­te inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit zwischen Ophthal­mo­lo­gen und Inter­nis­ten, um bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv mittels regel­mä­ßi­ger ophthal­mo­lo­gi­scher Scree­ning-Unter­su­chun­gen auf eine DR einen irrever­si­blen Sehver­lust zu verhindern.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 592 asia­ti­sche Teil­neh­mer verschie­de­ner Ethni­en aus Klini­ken für Gedächt­nis­stö­run­gen ein. Gemäß inter­na­tio­nal aner­kann­ten Krite­ri­en zur klini­schen Beur­tei­lung des neuro­lo­gi­schen Status lag bei 216 Teil­neh­mern eine AD, bei 252 eine kogni­ti­ve Beein­träch­ti­gung ohne Demenz (CIND) und in 124 Fällen keine kogni­ti­ve Beein­träch­ti­gung (NCI) vor. Die Arbeits­grup­pe führte mithil­fe einer nicht­my­dria­ti­schen Fundus-Kamera Aufnah­men der Netz­haut durch und bewer­te­te diese anhand des Einstu­fungs­sys­tems der Age-rela­ted Eye Dise­a­se Study im Hinblick auf eine AMD sowie mittels des Schwe­re­grad-Scores der Early Treat­ment Diabe­tic Reti­no­pa­thy Study in Bezug auf eine DR. Zusätz­lich bestimm­te die Gruppe mithil­fe von multi­va­ria­blen-adjus­tier­ten logis­ti­schen Regres­si­ons­mo­del­len die Asso­zia­tio­nen zwischen den neuro­lo­gi­schen Diagno­sen und der Wahr­schein­lich­keit für alters­be­ding­te Augenerkrankungen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 396 der 592 Teil­neh­mer (66,9%) ≥1 Augen­er­kran­kung aufwie­sen, wobei die AMD die häufigs­te darstell­te (n=356; 60,1%), gefolgt von der DR (n=50; 8,4%). Nach Adjus­tie­rung in Bezug auf Alter, Geschlecht, Ethnie, Bildungs­ni­veau und Fami­li­en­stand wiesen nur Perso­nen mit AD im Vergleich zu solchen mit NCI ein erhöh­tes Risiko für eine mindes­tens mittel­schwe­re DR auf (OR 2,95; 95%-KI 1,15–7,60). Demge­gen­über konsta­tier­ten die Exper­ten im komplett adjus­tier­ten Analy­se­mo­dell, dass alle neuro­lo­gi­schen Diagno­sen nicht signi­fi­kant mit einer erhöh­ten Wahr­schein­lich­keit für eine AMD asso­zi­iert waren (OR 0,75; 95%-KI 0,45–1,24).

(tt)

Autoren: Chua J et al.
Korrespondenz: Leopold Schmetterer; leopold.schmetterer@seri.com.sg
Studie: Age-Related Eye Diseases in Individuals With Mild Cognitive Impairment and Alzheimer's Disease
Quelle: Front Aging Neurosci 2022; Jul 14;14:933853.
Web: dx.doi.org/10.3389/fnagi.2022.933853

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