Alters­ab­hän­gi­ge Makuladegeneration

Geringere Kalziumaufnahme mit Fortschreiten zur späten AMD assoziiert

16. April 2019

BETHESDA (Bier­mann) — Menschen, die mehr Kalzi­um zu sich nehmen, sei es über die Nahrung oder in Form von Supple­men­ten, schrei­ten offen­bar selte­ner zu einer späten alters­ab­hän­gi­gen Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) fort, wie eine Sekun­där­ana­ly­se von Teil­neh­mern der Age-Rela­ted Eye Dise­a­se Study (AREDS) zeigt.

In die AREDS-Studie wurden von 1992–2001 Pati­en­ten aus Reti­na­zen­tren in den USA einge­schlos­sen. Der Schwe­re­grad der AMD vari­ier­te zwischen den Studi­en­teil­neh­mern. Für die aktu­el­le Auswer­tung wurden von Septem­ber 2015 bis Dezem­ber 2018 Daten von insge­samt 4751 Teil­neh­mern analy­siert. Sie waren im Schnitt 69,4 (SD 5,1) Jahre alt und über­wie­gend weiß (n=4543 [95,6%]). Etwas mehr als die Hälfte waren Frauen (n=2655 [55,9%]).

Vergli­chen mit Studi­en­teil­neh­mern im nied­rigs­ten Quin­til der Kalzi­um­auf­nah­me hatten Studi­en­teil­neh­mer im höchs­ten Quin­til der Kalzi­um­auf­nah­me ein gerin­ge­res Risiko für eine späte AMD (HR 0,73 [95%-KI 0,59–0,90]), eine zentra­le geogra­fi­sche Atro­phie (HR 0,64 [95%-KI 0,48–0,86]) und eine geogra­phi­sche Atro­phie jegli­cher Art (HR 0,80 [95%-KI 0,64–1,00]). Die Teil­neh­mer im höchs­ten Terzil der Kalzi­um­auf­nah­me über Nahrungs­er­gän­zungs­mit­tel hatten ein gerin­ge­res Risiko, eine neovasku­lä­re AMD zu entwi­ckeln als dieje­ni­gen, die keine Kalzi­um­sup­ple­men­te einnah­men (HR 070 [95%-KI 0,50–0,97]).

Eine Stra­ti­fi­zie­rung nach dem Geschlcht ergab, dass Frauen im höchs­ten Quin­til der Kalzi­um­auf­nah­me über die Nahrung ein gerin­ge­res Risiko hatten, eine späte AMD zu entwi­ckeln als dieje­ni­gen im nied­rigs­ten Quin­til (HR 0,73 [95%-KI 0,56–0,97]). Frauen im höchs­ten Terzil der Kalzi­um­sup­ple­men­ta­ti­on hatten ein gerin­ge­res Risiko, zu einer neovasku­lä­ren AMD fort­zu­schrei­ten als dieje­ni­gen, die keine Kalzi­um­sup­ple­men­te nahmen (HR 0,67 [95%-KI 0,48–0,94]). Bei Männern waren die Ergeb­nis­se hinsicht­lich der Kalzi­um­auf­nah­me über die Nahrung ganz ähnlich. Für eine Analy­se der Kalzi­um­sup­ple­men­ta­ti­on nahmen nicht genü­gend Männer Vitamin D in Kapsel­form ein.

Die Autoren schrän­ken ein, dass die Ergeb­nis­se auf unkon­trol­lier­te Stör­fak­to­ren zurück­zu­füh­ren sein könn­ten und deshalb nur als hypo­the­sen­ge­ne­rie­rend ange­se­hen werden können.

(nec)

Autoren: Tisdale AK et al.
Korrespondenz: Division of Epidemiology and Clinical Applications, National Eye Institute, National Institutes of Health, Bethesda, ML, USA; echew@nei.nih.gov
Studie: Association of Dietary and Supplementary Calcium Intake With Age-Related Macular Degeneration: Age-Related Eye Disease Study Report 39
Quelle: JAMA Ophthalmol. 2019 Mar 21.
Web: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2728258

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.