Alters­ab­hän­gi­ge Makuladegeneration

Die Prävalenz steigt bei hohen Monozytenzahlen

26. März 2021

PEKING (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass ein Zusam­men­hang zwischen einer erhöh­ten Präva­lenz der alters­ab­hän­gi­gen Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) und einer erhöh­ten Mono­zy­ten­zahl im Blut besteht. Die Mono­zy­ten­zahl könnte eine Rolle bei der Patho­ge­ne­se der AMD spie­len, so das Resü­mee der Autoren.

Die Forscher nahmen 7719 Perso­nen (mitt­le­res Alter 60,5±8,1 Jahre; Bereich 50–97 Jahre) in die Quer­schnitts­stu­die (Tongren Health Care Study) auf, die im Tongren-Hospi­tal, Peking (China) an regel­mä­ßi­gen Vorsor­ge-Unter­su­chun­gen (Zeit­raum 2017–2019) teilnahmen.

Die Wissen­schaft­ler analy­sier­ten bei 1607 Pati­en­ten eine AMD jegli­cher Form (Präva­lenz: 20,8%; 95%-KI 20,1–21,9). Die klini­sche Einord­nung der AMD-Form erfolg­te nach der Beckmann-Klassifikation.

Bei 823 Pati­en­ten zeigte sich eine frühe AMD (10,8%; 95%-KI 10,1–11,5), bei 733 Pati­en­ten eine inter­me­diä­re (9,5%; 95%-KI 8,9–10,2) sowie bei 42 Pati­en­ten eine späte Form (0,5%; 95%-KI 0,4–0,7).

Mithil­fe multi­va­ria­ter Analy­sen stell­te die Arbeits­grup­pe einen Anstieg der Präva­lenz aller AMD-Formen bei folgen­den syste­mi­schen Para­me­tern fest: höhere Mono­zy­ten­zahl im Blut (OR 3,49; 95%-KI 2,26–5,38; p<0,001), Anpas­sung an das höhere Lebens­al­ter (OR 1,06; 95%-KI 1,05–1,07; p<0,001), höhere Calci­um-Konzen­tra­ti­on (OR 2,52; 95%-KI 1,32–4,84; p=0,005), höhe­res HDL-Chole­ste­rin (OR 1,39; 95%-KI 1,19–1,61;p<0,001) sowie nied­ri­ges Lipo­pro­te­in A (OR 0,99; 95%-KI 0,98–0,99; p=0,02). Ähnli­che Ergeb­nis­se fanden sich nach Zusam­men­fas­sung der inter­me­diä­ren und der späten AMD-Form.

Die Asso­zia­ti­on zwischen höhe­rer Mono­zy­ten­zahl und höhe­rer AMD-Präva­lenz zeigte die höchs­te Odds Ratio für die Alters­grup­pe zwischen 50 und 59 Jahren (alle AMD-Formen: OR 4,35; p<0,001; intermediäre/späte AMD: OR 6,14; p<0,001). Pati­en­ten mit einer Mono­zy­ten­zahl von ≥0,5 x 109/l hatten im Vergleich zu Pati­en­ten mit einer Mono­zy­ten­zahl von 0,1–0,4 x 109/l ein 1,45-fach erhöh­tes AMD-Risiko insge­samt (OR 1,45; 95%-KI 1,27–1,64; p<0,001) sowie ein 1,58-fach erhöh­tes Risiko für eine intermediäre/späte Form der AMD (OR 1,58; 95%-KI 1,33–1,97; p<0,001).

(tt)

Autoren: Xue CC et al.
Korrespondenz: Ya Xing Wang; yaxingw@gmail.com
Studie: Peripheral Monocyte Count and Age-Related Macular Degeneration. The Tongren Health Care Study: Blood Monocyte Count and Age-Related Macular Degeneration
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Mar 15;S0002-9394(21)00123-9.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.010

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