Akute post­ope­ra­ti­ve Endophthalmitis

Der chirurgische Eingriff ist nicht mit den Ergebnissen assoziiert

14. Januar 2022

OXFORD (Bier­mann) – Eine regio­na­le Studie aus England hat gezeigt, dass intra­vit­rea­le Injek­tio­nen (IVI) aufgrund der hohen Anzahl an Eingrif­fen die häufigs­te Ursa­che für eine akute post­ope­ra­ti­ve Endo­ph­thal­mi­tis (EO) inner­halb von 6 Wochen post­ope­ra­tiv darstel­len. Laut den Autoren hat das primä­re chir­ur­gi­sche Verfah­ren jedoch keinen Einfluss auf die Befun­de, die Thera­pie oder die visu­el­len Ergebnisse.

Die Wissen­schaft­ler unter­such­ten in ihrer multi­zen­tri­schen retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die im Zeit­raum Januar 2017 bis Dezem­ber 2019 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 46 Patienten/Augen mit einer akuten post­ope­ra­ti­ven EO. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Unter­la­gen in Bezug auf die Sehschär­fe (VA) der Pati­en­ten,  die Ursa­che der EO, mikro­bio­lo­gi­sche Ergeb­nis­se, Behand­lun­gen sowie Komplikationen.

Die Forscher ermit­tel­ten als häufigs­te Ursa­che einer akuten post­ope­ra­ti­ven EO IVI (n=29; 63%), gefolgt von Kata­rakt­ex­trak­tio­nen (n=8; 17%), vitre­o­re­ti­na­len Eingrif­fen (n=7; 15%) sowie sekun­dä­ren Intrao­ku­lar­lin­sen-Implan­ta­tio­nen (n=2; 4%). Demge­gen­über betrug das verfah­rens­be­zo­ge­ne abso­lu­te Risiko (Inzi­denz) für eine EO bei IVI 0,024% (1:4132), bei Kata­rakt­ex­trak­tio­nen 0,016% (1:6096) sowie bei vitre­o­re­ti­na­len Eingrif­fen 0,072% (1:1385).

Bei der Mehr­heit der Pati­en­ten (n=38; 83%) hatte sich die VA nach 6 Mona­ten im Vergleich zur Erst­vor­stel­lung mit EO verbes­sert, jedoch wiesen nur 28% (n=13) eine ähnli­che oder besse­re VA als vor dem chir­ur­gi­schen Eingriff auf.

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen nur bei 24 Augen posi­ti­ve mikro­bio­lo­gi­sche Kultur­er­geb­nis­se (am häufigs­ten Staphy­lo­coc­cus epider­mi­dis). Die mikro­bio­lo­gi­sche Analy­se war nicht mit besse­ren VA-Ergeb­nis­sen verbunden.

Pati­en­ten mit schlech­ter VA bei Vorstel­lung, bei denen eine thera­peu­ti­sche Vitrek­to­mie (n=15; 33%) erfolg­te, erziel­ten in etwa ähnli­che visu­el­le Ergeb­nis­se wie dieje­ni­gen, die nur medi­zi­nisch thera­piert wurden. Zudem ergab sich zwischen den verschie­de­nen Eingrif­fen kein Unter­schied in der Zeit bis zur Vorstel­lung, dem visu­el­len Ergeb­nis und der Rate an Ablationes.

(tt)

Autoren: Ong AY et al.
Korrespondenz: Peter Charbel Issa; study-enquiry@outlook.com
Studie: Intravitreal injections as a leading cause of acute postoperative endophthalmitis-a regional survey in England
Quelle: Eye (Lond) 2021; Dec 23 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-021-01886-3

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