Akute ante­rio­re Uvei­tis und Spondyloarthritis

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist essenziell

2. September 2022

BERLIN (Bier­mann) – Eine inter­dis­zi­pli­nä­re Studie aus der Chari­té Univer­si­täts­me­di­zin Berlin hat gezeigt, dass bei Pati­en­ten mit akuter ante­rio­rer Uvei­tis (AAU) eine hohe Präva­lenz für eine – teil­wei­se noch nicht diagnos­ti­zier­te – Spon­dy­loar­thri­tis (SpA) besteht. Die Autoren der Arbeit empfeh­len daher bei allen AAU-Pati­en­ten mit musku­los­ke­let­ta­len Sympto­men eine rheu­ma­to­lo­gi­sche Abklärung.

In ihre prospek­ti­ve Studie nahmen die Wissen­schaft­ler 189 Pati­en­ten mit nicht­in­fek­tiö­ser AAU auf. Die Arbeits­grup­pe führte rheu­ma­to­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen, einschließ­lich einer MRT der Ilio­sa­kral­ge­len­ke, welche die SpA-Diagno­se veri­fi­ziert, durch. Zusätz­lich vergli­chen die Forschen­den mithil­fe des exak­ten Fisher- und des Mann-Whit­ney-U-Tests AAU-Pati­en­ten mit und ohne SpA, bewer­te­ten anhand multi­va­ria­bler logis­ti­scher Regres­si­ons­ana­ly­sen Asso­zia­tio­nen und analy­sier­ten Sensi­ti­vi­tä­ten, Spezi­fi­tä­ten, prädik­ti­ve Fakto­ren und Wahr­schein­lich­keits­ver­hält­nis­se im Hinblick auf Über­wei­sungs­emp­feh­lun­gen an einen Rheumatologen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 106 der 189 Pati­en­ten (56%) eine SpA vorlag. Bei 99 Pati­en­ten (93%) zeigte sich eine axiale und bei 7 (7%) eine peri­phe­re SpA. Die Diagno­se einer SpA wurde in 74 Fällen (70%) erst­ma­lig gestellt. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass eine Asso­zia­ti­on zwischen der SpA und einer Psoria­sis (OR 12,5; 95%-KI 1,3–120,2), einer HLA-B27-Posi­ti­vi­tät (OR 6,3; 95%-KI 2,4–16,4), einem erhöh­ten CRP-Wert (OR 4,8; 95%-KI 1,9–12,4) sowie dem männ­li­chen Geschlecht (OR 2,1; 95%-KI 1,1–4,2) bestand. Darüber hinaus erwies sich jedoch kein ophthal­mo­lo­gi­scher Befund als prädik­tiv für eine SpA.

Die Über­wei­sungs­emp­feh­lung unter Verwen­dung des Dublin Uvei­tis Evalua­ti­on Tools (DUET) zeigte eine höhere Spezi­fi­tät für die Erken­nung einer SpA bei AAU-Pati­en­ten als das Über­wei­sungs-Tool der Assess­ment of Spon­dy­loAr­thri­tis Inter­na­tio­nal Socie­ty (ASAS; 42% vs. 28%), während dieses eine leicht höhere Sensi­ti­vi­tät verzeich­ne­te (80% vs. 78%). Dennoch konsta­tier­te die Studi­en­grup­pe, dass ≥20% der SpA-Pati­en­ten unter Anwen­dung beider Tools über­se­hen worden wären.

(tt)

Autoren: Rademacher J et al.
Korrespondenz: Judith Rademacher; judith.rademacher@charite.de
Studie: Keep an Eye on the Back: Spondyloarthritis in Patients with Acute Anterior Uveitis
Quelle: Arthritis Rheumatol 2022; Jul 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1002/art.42315

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