Akute ante­rio­re Uvei­tis mit axia­ler Spondyloarthritis

Enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Rheumatologen ist erforderlich

31. Januar 2022

PRAG (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass bei 1/3 der Pati­en­ten, die an einer akuten, sero­fi­bri­nö­sen ante­rio­ren Uvei­tis (AAU) leiden und bei denen eine aktive Entzün­dung der Sakroi­lia­kal­ge­len­ke im MRT diagnos­ti­ziert wurde, die klini­sche Diagno­se einer axia­len Spon­dy­loar­thri­tis (axSpA) gestellt werden kann. Die Autoren empfeh­len Pati­en­ten mit AAU, insbe­son­de­re solchen mit chro­ni­schen Rücken­schmer­zen, die regel­mä­ßi­ge Konsul­ta­ti­on eines Rheu­ma­to­lo­gen, vor allem, wenn neue Beschwer­den der axSpA auftreten.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 102 Pati­en­ten mit ≥1 AAU-Schub und ohne rheu­ma­to­lo­gi­sche Anamne­se sowie 39 alters- und geschlechts­an­ge­pass­te gesun­de Perso­nen (HS) in ihre mono­zen­tri­sche, longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe führte klini­sche Unter­su­chun­gen, Laborana­ly­sen – unter ande­rem von dem HLA-B27-Anti­gen – sowie ein MRT des Ilio­sa­kral­ge­len­kes durch. Pati­en­ten ohne aktive Sakroi­lii­tis wurden nach 2 Jahren erneut unter­sucht. Die Forschen­den verwen­de­ten die Klas­si­fi­zie­rungs­kri­te­ri­en der Inter­na­tio­nal Spon­dy­loar­thri­tis Socie­ty (ASAS) für die axSpA, unab­hän­gig vom Pati­en­ten­al­ter, und holten sich Exper­ten­mei­nun­gen für die defi­ni­ti­ve Diagno­se der axSpA ein.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass im MRT der Ilios­kral­ge­len­ke bei 52 Pati­en­ten mit AAU (51%) ein Knochen­marks­ödem (BME) vorlag, vergli­chen mit 11 HS-Perso­nen (28%; p=0,022). Ebenso zeig­ten sich in der AAU-Gruppe bei 33 Pati­en­ten (32%) mit dem BME kombi­niert typi­sche axSpA-Veränderungen.

Darüber hinaus waren 46 der AAU-Pati­en­ten (69%) mit Sakroi­lii­tis HLA-B27 posi­tiv im Vergleich zu 31 (89%) der AAU-Pati­en­ten ohne Sakroi­lii­tis (p=0,03) sowie gegen­über 2 Perso­nen der HS-Gruppe (5%; p<0,0001).

Von den 102 Pati­en­ten mit AAU erfüll­ten 41 Pati­en­ten (40%) die ASAS-Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en für axSpA und bei 29 Pati­en­ten (28%) bestand aufgrund der klini­schen Befun­de ein star­ker Verdacht auf axSpA. 2 von den 55 Sakroi­lii­tis-nega­ti­ven Pati­en­ten entwi­ckel­ten nach 2 Jahren eine aktive Sakroiliitis.

(tt)

Autoren: Bubova K et al.
Korrespondenz: Lenka Hasikova; hasikova@revma.cz
Studie: The Prevalence of MRI-Defined Sacroiliitis and Classification of Spondyloarthritis in Patients with Acute Anterior Uveitis: A Longitudinal Single-Centre Cohort Study
Quelle: Diagnostics (Basel) 2022; Jan 11;12(1):161.
Web: dx.doi.org/10.3390/diagnostics12010161

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.