Adhä­renz in der Glaukomtherapie

Einkommen, Bildungsstand und Leidensdruck beeinflussen Therapietreue

24. Februar 2020

ANN ARBOR (Bier­mann) – In einer prospek­ti­ven Kohor­ten­stu­die bewer­te­te eine US-ameri­ka­ni­sche Arbeits­grup­pe den Zusam­men­hang zwischen der Thera­pie­treue bei einer medi­ka­men­tö­sen Glau­kom­the­ra­pie und dem psycho­so­zia­len Ausgangs­mi­lieu der Teil­neh­mer. Dabei stell­ten sie fest, dass ein gerin­ge­res Einkom­men, ein gerin­ge­res Bildungs­ni­veau und ein höhe­res Maß an glau­kom­be­ding­tem Leidens­druck eine gerin­ge­re Ädhä­renz voraussagten.

Die Proban­den waren Teil­neh­mer der Pilot­stu­die zum perso­na­li­sier­ten Glau­kom-Coaching-Program Support, Educa­te, Empower (SEE), Glau­kom­pa­ti­en­ten der Univer­si­tät Michi­gan, ≥40 Jahre, nahmen ≥1 Glau­kommedi­ka­ment ein und berich­te­ten selbst von einer schlech­ten Adhärenz.

Zu den folgen­den Ausgangs­fak­to­ren füll­ten die Proban­den einen Frage­bo­gen aus: Demo­gra­fie, sozia­les Netz­werk, empfun­de­ner Stress, Berück­sich­ti­gung zukünf­ti­ger Konse­quen­zen, glau­kom­be­ding­ter Leidens­druck sowie sozia­le Unter­stüt­zung. Anschlie­ßend wurde die Adhä­renz 3 Monate lang elek­tro­nisch über­wacht (Adhe­re­Tech, New York, NY). Der Zusam­men­hang zwischen Adhä­renz und Ausgangs­fak­to­ren wurde mittels univa­ria­ten und multi­va­ria­ten Analy­sen bewertet.

Von den 95 Studi­en­teil­neh­mern hatten 63% das Colle­ge abge­schlos­sen, 55% waren weiß, 35% waren afro­ame­ri­ka­nisch und 97% waren versi­chert. Die media­ne Adhä­renz über drei Monate betrug 74% +21% (+ Stan­dard­ab­wei­chung, SD). Ein höhe­res Einkom­men und eine besse­re Bildung waren signi­fi­kant mit einer besse­ren Adhä­renz verbun­den (p<0,0001, p=0,03).

Ein glau­kom­be­ding­ter Leidens­druck (Mittel­wert 5,6, SD=3,0) war invers mit der Adhä­renz asso­zi­iert (bei univa­ria­ter Analy­se p<0,0001 und bei multi­va­ria­ter Analy­se p=0,0002). Jeder Anstieg des glau­kom­be­ding­ten Leidens­drucks um einen Punkt sagte eine Abnah­me der Adhä­renz um 2,4 Prozent­punk­te voraus.

Pati­en­ten mit derar­ti­gen Risi­ko­fak­to­ren für eine schlech­te Adhä­renz soll­ten daher zusätz­li­che Ressour­cen zur Unter­stüt­zung des Glau­kom-Selbst­ma­nage­ments erhal­ten, so das Fazit der Autoren.

(isch)

Autoren: Salman M et al.
Korrespondenz: Anne Newman-Casey; panewman@med.umich.edu
Studie: Predictors of Glaucoma Medication Adherence among the Support, Educate, Empower (SEE) Personalized Glaucoma Coaching Pilot Study Participants
Quelle: Am J Ophthalmol 2020; Feb 19.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.02.009

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.