Ader­haut­me­l­a­nom

Pigmentierung als prognostischer Faktor identifiziert

21. Juni 2022

KRAKAU (Bier­mann) – Die Progno­se eines Ader­haut­me­l­anoms (UM) hängt von vielen Fakto­ren ab. Einer aktu­el­len Studie zufol­ge besteht bei pigmen­tier­ten UM im Vergleich zu amel­a­no­ti­schen Formen eine insge­samt schlech­te­re Progno­se. Laut den Autoren der Arbeit könnte dieses Ergeb­nis für die Auswahl der geeig­ne­ten Thera­pie­op­ti­on sowie für die Nach­sor­ge hilf­reich sein.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie über­prüf­ten die Wissen­schaft­ler retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 154 Pati­en­ten, bei denen im Zeit­raum 2002 bis 2011 ein UM diagnos­ti­ziert und im Verlauf enukle­iert wurde.

Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te klini­sche, immun­histo­che­mi­sche und histopa­tho­lo­gi­sche Befun­de, unter ande­rem Tumor­grö­ße, Pigmen­tie­rungs­grad, Stadi­um (gemäß des AJCC  [Ameri­can Joint Commit­tee on Cancer]), Loka­li­sa­ti­on, Histo­lo­gie, Sklerain­fil­tra­ti­on, Nukleo­len­grö­ße sowie die Expres­si­on von BAP‑1 (kodiert BRCA-1-asso­zi­ier­tes Protein‑1 auf Chromosom‑3 mit tumor­sup­pres­si­ven Eigen­schaf­ten). Nach­fol­gend teil­ten die Forschen­den die UM in die unpig­men­tier­te (n=26; 16,88%) und die pigmen­tier­te Gruppe (n=128; 83,12%) auf und vergli­chen klini­sche sowie patho­lo­gi­sche Para­me­ter und die Lang­zeit­über­le­bens­ra­ten zwischen den Gruppen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass unpig­men­tier­te UM häufi­ger bei jünge­ren Pati­en­ten auftra­ten (57 vs. 61 Jahre; p=0,022). Des Weite­ren stell­ten die Tumor­ex­per­ten in der pigmen­tier­ten Gruppe folgen­de ungüns­ti­gen Merk­ma­le signi­fi­kant häufi­ger als in der unpig­men­tier­ten Gruppe fest: Epithe­lo­id­zel­len (0 vs. 20,31%; p=0,0013), extrasklera­le Ausbrei­tung (0 vs. 11,71%; p=0,027), Makronu­cleo­li (15,38 vs. 45,31%; p=0,0065) sowie nega­ti­ven Status an BAP-1-Expres­si­on (26,92 vs. 49,22%; p=0,029). Darüber hinaus zeigte sich mithil­fe der Kaplan-Meier-Analy­se, dass die Pati­en­ten mit unpig­men­tier­ten UM eine signi­fi­kant besse­re Gesamt­über­le­bens- sowie tumor­freie Über­le­bens­ra­te verzeich­ne­ten als dieje­ni­gen mit pigmen­tier­ten UM (p=0,017 und p=0,001). Dieser Zusam­men­hang erwies sich jedoch nur für UM im frühen Stadi­um (AJCC-Stadi­um- II ohne Lymph­kno­ten­be­fall; ≤T4bN0M0) als statis­tisch signifikant.

(tt)

Autoren: Markiewicz A et al.
Korrespondenz: Anna Markiewicz; anna.markiewicz@uj.edu.pl
Studie: Amelanotic Uveal Melanomas Evaluated by Indirect Ophthalmoscopy Reveal Better Long-Term Prognosis Than Pigmented Primary Tumours-A Single Centre Experience
Quelle: Cancers (Basel) 2022; Jun 1;14(11):2753.
Web: dx.doi.org/10.3390/cancers14112753

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