Ader­haut­me­l­a­nom mit Lebermetastasen

Chemosaturation als Therapieoption

22. Juni 2021

TÜBINGEN (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die Chemo­sa­tu­ra­ti­on bei hepa­tisch meta­stasier­tem Uvea­me­l­a­nom mithil­fe perku­ta­ner hepa­ti­scher Perfu­si­on (CS-PHP) von Melpha­lan eine siche­re und wirk­sa­me Thera­pie­mög­lich­keit darstellt.

Laut den Studi­en­au­toren trifft dies beson­ders bei Pati­en­ten mit einer hepa­ti­schen Tumor­last < 25% zu.

Die CS-PHP bezeich­net eine zeit­wei­se Isolie­rung der Leber vom Blut­kreis­lauf und das Appli­zie­ren hoch­kon­zen­trier­ter Zyto­sta­ti­ka  direkt in die Leber, wobei das gesam­te Organ mit dem Wirk­stoff gesät­tigt (satu­riert) wird ohne den Rest des Körpers anzugreifen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 29 Pati­en­ten (medi­a­nes Alter 69,7 Jahre; Bereich 30–81 Jahre; 60% Frauen; media­ner Body-Mass-Index 25,7 kg/m2; Bereich 18,7–35,3 kg/m2), welche zwischen Juni 2015 und März 2020 mit 1–6 CS-PHP (insge­samt 53 CS-PHP) behan­delt worden waren, in die Studie auf.

Bei allen Pati­en­ten wurden bild­ge­ben­de Unter­su­chun­gen zu Thera­pie­be­ginn und bei weite­ren Nach­un­ter­su­chun­gen durchgeführt.

Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te die Tumor­last zu Thera­pie­be­ginn, die extra­he­pa­ti­sche Tumor­last, das Thera­pie­an­spre­chen, das progres­si­ons­freie Über­le­ben (PFS) sowie das Gesamt­über­le­ben (OS). Die Forscher analy­sier­ten die Daten mittels nicht para­me­tri­scher Statistiken.

Nach der initia­len CS-PHP stell­ten die Exper­ten bei 11 Pati­en­ten (41%) ein parti­el­les Thera­pie­an­spre­chen, in 12 Fällen (44%) einen stabi­len Befund sowie bei 4 Pati­en­ten (15%) eine Progres­si­on der Erkran­kung fest. 2 Pati­en­ten verstar­ben vor der Daten­aus­wer­tung zu dem Therapieansprechen.

Nach der 1.CS-PHP betrug das media­ne OS 12,9 ± 7,4 Monate und das media­ne PFS 7,1 ± 7,4 Monate.

Das OS nach 1 Jahr betrug 50%. Nach der 2.CS-PHP lag das media­ne PFS bei 7,9 ±5,7 Mona­ten. Des Weite­ren fand die Studi­en­grup­pe heraus, dass die hepa­ti­sche Tumor­last bei 7 Pati­en­ten > 25% betrug, und mit einem signi­fi­kant gerin­ge­rem OS im Vergleich zu Pati­en­ten mit einer Tumor­last < 25% (6,0 ± 2,4 vs. 14,1 ±12,7 Monate; p= 0,008) asso­zi­iert war.

Zum Zeit­punkt der 1.CS-PHP zeig­ten 12 Pati­en­ten (41%) extra­he­pa­ti­sche Meta­sta­sen, welche das OS jedoch nicht beein­fluss­te (11,1 ±8,4 vs. 12,9 ±13,6 Monate; p= 0,66).

(tt)

Autoren: Estler A et al.
Korrespondenz: Arne Estler; arne.estler@med.uni-tuebingen.de
Studie: Efficacy and tolerability of chemosaturation in patients with hepatic metastases from uveal melanoma
Quelle: Acta Radiol 2021; May 25;2841851211019808.
Web: dx.doi.org/10.1177/02841851211019808

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