Ader­haut­me­l­a­nom

Brachytherapie mit Ruthenium-106 effektiv bei mittelgroßen Tumoren

12. Juli 2021

TEHERAN (Bier­mann) – Die Autoren eines aktu­el­len Reviews haben gezeigt, dass die Brachythe­ra­pie mittels eines Ruthe­ni­um-106 (106Ru)-Strahlenträgers zur Behand­lung des Chorio­idea­me­l­anoms eine geeig­ne­te Thera­pie darstellt, um eine erfolg­rei­che lokale Tumor­kon­trol­le zu erreichen.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed, Embase, Web of Science, Scopus sowie der Coch­ra­ne-Libra­ry durch. Mithil­fe von Schlüs­sel­be­grif­fen such­ten sie nach Studi­en ab dem Jahr 1986 mit >30 Pati­en­ten, in denen die lokale Tumor­kon­trol­le, die Kompli­ka­ti­ons­ra­te, die mitt­le­re Strah­len­do­sis sowie die mitt­le­re Tumor­hö­he unter­sucht worden waren. Nach­fol­gend verwen­de­te die Arbeits­grup­pe für die kumu­la­ti­ve Daten­ana­ly­se den Meta­prop-Befehl von Stata Versi­on 16 und führte eine Meta-Regres­si­ons­ana­ly­se basie­rend auf der mitt­le­ren Tumor­hö­he und der mitt­le­ren Strah­len­do­sis an der Tumor­spit­ze durch.

Die Forscher ermit­tel­ten 21 retro­spek­ti­ve Studi­en mit 3913 Pati­en­ten, welche primär mit der Ruthe­ni­um-106-Brachythe­ra­pie behan­delt worden waren. Sie stell­ten eine mitt­le­re Strah­len­do­sis an der Spitze des Ader­haut­me­l­anoms zwischen 70 und 250 Gy sowie eine lokale Tumor-Kontroll­ra­te zwischen 59 und 98% fest. Der gewich­te­te Gesamt­mit­tel­wert der loka­len Tumor­kon­trol­le betrug 84%.

Die Exper­ten fanden jedoch eine starke Hete­ro­ge­ni­tät zwischen den Studi­en mit einem Inkon­sis­tenz­in­dex (I2) von 95,40%, wohin­ge­gen die Meta-Regres­si­ons­ana­ly­se zeigte, dass die Hete­ro­ge­ni­tät der Studi­en gering­fü­gig mit der Diffe­renz der mitt­le­ren Tumor­grö­ße asso­zi­iert war (I2=92%).

Des Weite­ren ergab sich eine statis­tisch signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen einer größe­ren Tumor­hö­he und einer gerin­ge­ren loka­len Tumor­kon­troll­ra­te (p=0,024), jedoch keine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen der mitt­le­ren Strah­len­do­sis und der loka­len Tumor­kon­troll­ra­te (p=0,679). Zu den häufigs­ten Strah­len­kom­pli­ka­tio­nen zähl­ten eine Cata­rac­ta compli­ca­ta sowie eine radio­ge­ne Retinopathie.

Die Autoren empfeh­len abschlie­ßend, dass die Ergeb­nis­se der Studie in zukünf­ti­gen rando­mi­sier­ten Vergleichs­stu­di­en veri­fi­ziert werden sollten.

(tt)

Autoren: Karimi S et al.
Korrespondenz: Zarah Siavashpour; z_siavashpour@sbmu.ac.ir
Studie: Efficacy and complications of ruthenium-106 brachytherapy for uveal melanoma: a systematic review and meta-analysis
Quelle: J Contemp Brachytherapy 2021; Jun;13(3):358-364.
Web: dx.doi.org/10.5114/jcb.2021.106191

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