Abla­tio nach Glaukom-Drainagesystem-Implantation

Funktionelles Ergebnis bleibt trotz morphologischem Erfolg schlecht

1. April 2022

MADURAI (Bier­mann) – Die Visus­pro­gno­se bei Pati­en­ten mit thera­pie­re­frak­tä­rem Glau­kom, die nach der Implan­ta­ti­on eines Glau­kom-Drai­na­ge­sys­tems eine rheg­ma­to­ge­ne Abla­tio (RRD) entwi­ckeln, ist trotz eines chir­ur­gi­schen Erfol­ges mit Wieder­an­la­ge der Netz­haut sowie einem stabil guten post­ope­ra­ti­ven Augen­in­nen­druck (IOD) insge­samt sehr unbe­frie­di­gend. Grund dafür ist die schlech­te Ausgangs­si­tua­ti­on mit fort­ge­schrit­te­nem Sehner­ven­scha­den sowie einer hohen Anzahl an Reab­la­tio­nes, Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Arbeit aus Indien gekommen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv im Zeit­raum 2013 bis 2019 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 15 Pati­en­ten, die nach der Implan­ta­ti­on eines Auro­lab-Drai­na­ge­sys­tems (AADI; insge­samt 1158 Implan­ta­tio­nen in diesem Zeit­raum) bei thera­pie­re­frak­tä­rem, fort­ge­schrit­te­nem Glau­kom zeit­ver­zö­gert eine RRD entwi­ckel­ten. In ihre Studie schlos­sen die Forschen­den letzt­lich 9 Pati­en­ten (10 Augen; mitt­le­res Alter 28,2 Jahre [Bereich 6–83 Jahre]; Inzi­denz für RRD nach AADI 0,86%) ein, die die Einschluss­kri­te­ri­en erfüll­ten. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te demo­gra­fi­sche Para­me­ter, ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chungs­er­geb­nis­se zu allen Kontrol­len, insbe­son­de­re den IOD, die BCVA sowie Befun­de im Zusam­men­hang mit der RRD zu Studi­en­be­ginn und postoperativ.

Der mitt­le­re Zeit­ab­stand zwischen AADI und RRD betrug 14 Monate (Bereich 2 Tage bis 72 Monate). Bei allen Augen erfolg­te eine Pars-plana-Vitrek­to­mie (ppV) mit Sili­kon­öltam­po­na­de. Die durch­schnitt­li­che Nach­un­ter­su­chungs­zeit betrug 20 Monate (Bereich 6–54 Monate).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass der präope­ra­ti­ve Visus bei 2,52±0,15 LogMAR lag und sich bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung auf 2,29±0,58 LogMAR verbes­ser­te. Nur 1 Auge erreich­te eine BCVA von ≥1,3 LogMAR (dezi­mal ≥0,05). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die Retina bei 6 der 10 Augen (60%) post­ope­ra­tiv wieder anlag. Bei 5 von den 6 Fällen bestand ein stabi­ler post­ope­ra­ti­ver IOD von ≤21 mmHg. Bei 4 der 10 Augen(40%) kam es zu einer Reab­la­tio, von denen 3 eine Phthi­sis bulbi entwickelten.

(tt)

Autoren: Babu N et al.
Korrespondenz: Girish Baliga; irish192@gmail.com
Studie: Retinal detachment in eyes treated with Aurolab aqueous drainage implant for refractory glaucoma - Incidence and outcomes
Quelle: Indian J Ophthalmol 2022; Apr;70(4):1287-1293.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_1546_21

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